Tag 1 wbdF – Arbeit statt Blog

Au Mann. Kaum wieder zu Hause, geht’s wieder los. Erholung, die ich ohnehin nicht hatte, schon wieder vorbei.

Setze mich an den Schreibtisch und will den Blog aktualisieren. Wird ja höchste Zeit, es gibt immerhin einiges nach zu berichten. Aber was passiert? “Der Rasen ist so hoch, der kann für das Halbfinale doch nicht so bleiben, oder?”, meint … meine Frau natürlich. Mähe dann den Rasen, der tatsächlich immens hoch ist. Sogar Blindschleichen tummeln sich mittlerweile dadrin rum. Oha. Kann aber auch eine grüne Mamba gewesen sein, komme ja immerhin aus Brasilien. So genau kann ich es jedenfalls nicht sagen.

So, jetzt aber an den Blog.

“Hast Du die Koffer schon ausgeräumt?” Klar, hab ich. Einfach alles in die Wäsche getan. Das lief jetzt echt gut für mich.

“Die Kleine muss noch aus dem Kinderturnen abgeholt werden. Und der Abfluss ist verstopft. Der Mittlere hat ein Gedicht auswendig zu lernen, kannst Du ihn abhören? Hast Du schon das ganze Unkraut gesehen, das gewachsen ist, seit Du weg warst?Wollten wir zum Halbfinale nicht grillen? Und überhaupt: Wo ist der Schwenker?”

Nee, nee. So geht das jetzt schon eine ganze Weile. Erkenne, dass heute kein Land zu gewinnen ist. Ergebe mich meinem Schicksal. Wäre ich doch bloß heute schon arbeiten gegangen. Aber nein, musste ja einen Tag frei nehmen, um das Jetlag besser verarbeiten zu können. Weiß aber nicht, was schlimmer ist. Glaube mittlerweile, so ein Jetlag ist zu Hause überhaupt nicht zu kurieren. Gut, dass es morgen wieder los geht auf der Arbeit.

Den Blog werde ich nun nach und nach im Rückblick aktualisieren. Es gibt immerhin noch einiges zu erzählen, seitdem wir uns auf den Weg ins legendäre Maracana machten.

Fange ab jetzt mit der Nummerierung der einzelnen Blogtage einfach wieder von vorne an. Ergänze sie deswegen mit dem Hinweis “wbdF”. Denke das ist treffend. “Tag 1 wbdF” oder übersetzt: “Tag 1 wieder bei der Frau”.

Ich frage mich gerade: Wie lange dauert es noch bis zur nächsten WM?

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Tag 209 – Maracana!

Wahnsinn – das mit dem Treffen mit Bianca S. hat tatsächlich geklappt. Haben uns gleich nochmal für heute Abend verabredet.

Im Übrigen muss der Blog heute ausfallen. Um 8 Uhr Ortszeit gehts auf die Piste. Die Königsetappe steht an:

Maracana.

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Tag 208 Ergänzung – Wir siegen!!!

Als deutscher Tourist wird man hier voll diskriminiert. An den Warteschlangen wird man ständig von Einheimischen überholt, die behaupten, über 60 zu sein und damit Priorität zu haben. Dabei sind wir selbst nicht mehr weit weg von den 60.

Fans aus aller Welt halten hier uneingeschränkt zu den Franzosen. Unfassbar. Sogar der Schiri wird gegen uns sein. Kommt aus Argentinien. Klar, dass der uns aus dem Weg haben will. Muss man ja kein Prophet sein, wie es beim Spiel kommen wird.

Haben dann aber doch zwei positive Signale erhalten, die uns helfen könnten. Wir haben Fans aus einem Land dieser Erde getroffen, die für Deutschland sind. Sie haben gemeint, wir hätten eine große Mission vor uns: Frankteich rauskegeln. Die Fans waren übrigens aus Algerien.

Und wir haben ein Geschäft entdeckt, das das Ergebnis von morgen bereits exakt dokumentiert hat. Hier das Ergebnis:

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Tag 208 – Norbert und Herrmann verhindern Super-Gau für ARD und ZDF!

Ich erzähle jetzt besser nicht, was passiert ist. Es ist 23:14 Uhr, in Deutschland müsste es 4:14 Uhr sein. Die Copacabana ist wirklich großartig! Aber was ist mit den Jungs? Alle platt! Nicht zu fassen. Gut, schreibe ich eben im Blog weiter.

Zunächst vielleicht einfach einmal ein paar Eindrücke:

Die Holländer schaffen es einfach überall hin, um zu campen:

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Klar, dass es an der Copacabana von süßen Mäuschen nur so wimmelt, das haben wir direkt am ersten Abend schon erfahren dürfen:

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Eine tolle Geschäftsidee werden wir auch mitnehmen nach Hause: Man muss versuchen, mit einem Ball – mit einem Durchmesser von 30 cm – zwei Dosen, die 40 cm auseinander stehen, mit einem einzigen Schuss gleichzeitig in ein Tor zu befördern. Bei zwei Real Einsatz würde man im Falle des Obsiegens acht Real zurückbekommen. Erfolgschance: 0 %. Gewinn für den Veranstalter: 100 Prozent. Investitionskosten für den Veranstalter: 1,50 €. Wir BRAsaars habens zehn mal probiert – und haben es nicht geschafft. Das will schon was heißen.

Eine Schlangenbeschwörerin haben wir auch getroffen:

Da die Videos zum Hochladen scheinbar zu groß sind, können sie leider nur über die Facebook-Seite abgerufen werden.

Norberto ist tatsächlich an der Copa (Video bei Facebook). Die 4 BRAsaars auch (obwohl sie eher aussehen wie die Daltons): image

Grüße in die Heimat – die kennen uns ja nicht anders …

Ansonsten haben sich weitere unglaubliche Dinge zugetragen. Wir waren schön essen in einem Restaurant an der Copacabana. All you can eat. Mit viel Fleisch natürlich. Zahnstocher inclusive. Plötzlich war das Bier leer. Gut, es waren 2-3 Stunden vergangen. Aber trotzdem. Es darf einfach nicht vorkommen, dass in Rio de Janeiro eine Biersorte, die in Rio de Janeiro hergestellt wird, in einem Restaurant während eines normalen Vorgangs ausgeht. Das wäre in etwa so, als wenn der Karlsberg-Weber zugeben müsste, nicht mehr genug Ur-Pils in Homburg zu haben. Nee nee, würde bei uns nie vorkommen. Aber Rio hat den Namen. Das ist irgendwie nicht gerecht.

So, und dann der Skandal überhaupt! Michel und ich hatten die Zentrale von Oliver Kahn und Mehmet Scholl entdeckt. Direkt an der Copacabana. Nicht sehr gut versteckt. Wir haben dann beschlossen, mal hinzugehen. Sind gut vorbeigekommen an der ersten Schleuse. Auch die zweite gar kein Problem. So ein Zauberhut macht einfach was daher! Standen dann schon im Aufzug, um hoch zu den Studios zu fahren. Hatten auch einen netten Mann kennen gelernt, der den Fahrstuhl bediente. Er war sehr freundlich, und fragte, zu welchem Sender wird denn wollten. Und was passierte dann? Kaum hatten wir die Worte ARD und ZDF ausgesprochen, kamen Alberto und Hermann um die Ecke. Wollten wissen, was wir so tun. Das hat dann auch die Security stutzig gemacht. Und das war’s dann. Plötzlich wurden wir gebeten, unsere Ausweise vorzuzeigen. Das taten wir dann auch. Aber mit der Chipkarte des Hotels kamen wir dann leider doch nicht mehr weiter. Mussten wieder den Rückzug antreten. Will nicht wissen, wie es weiter gegangen wäre, wenn wir erst mal in den Hallen von ARD und ZDF gewesen wären. Wir können festhalten, dass Alberto und Hermann einen Supergau von ARD und ZDF verhindert haben. Herzlichen Glückwunsch! Hoffentlich wissen die das auch zu schätzen.

Enttäuscht sind wir vom offiziellen FIFA Fan Shop, der “viel Pohei” macht. Ganz nebenbei:Wie schreibt man eigentlich “Pohei”? Mein guter Freund und Arbeitskollege, den ich in solchen Angelegenheiten immer frage, ist leider gerade nicht greifbar. Er führt gerade mit Kolleginnen und Kollegen das Tippspiel unseres Betriebes durch. Viele Grüße, Michael! Auch an die Kolleginnen und Kollegen!

Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, “Pohei”. Jedenfalls wollte ich im FIFA Fan Shop ein Pups-Kissen bestellen. Hatte mir in mühevoller Kleinarbeit das brasilianische Wort dafür beibringen lassen. Sowas hatten die aber nicht. Sehr schade. Ich glaub’, der Blatter kann mich mal.

Was war sonst noch? Ach ja, das Übliche. Interviewanfragen. Mitten auf der Straße. Da habe ich einfach mal den Merte gemacht. Haben mich gefragt, ob ich Englisch spreche. Habe dann gesagt, dass ich Interviews nur auf Portugiesisch gebe. Die waren erstmal sehr überrascht. Letztlich weiß ich aber nicht, ob das Interview erfolgreich war. Eines ist aber sicher: Die Moderatorin hatte sehr viel Spaß und musste das Interview unter herzhaftem Lachen vorzeitig abbrechen. War mir aber egal. Wenn die mit so blöden Fragen kommt, dann schlagen wir die mit ihren eigenen Waffen!

Es ist schon toll hier in Rio, wenn man das nach 10 Stunden Aufenthalt sagen kann: Copacabana – mehr braucht man nicht zum Leben.

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Tag 207 – Auf dem Weg zum Maracana

Die letzte Etappe unserer Brasilien-Reise steht bevor: Gleich geht es Richtung Rio de Janeiro.

Toll: Bianca S. hat sich gemeldet. Haben für Donnerstag-Abend was ausgemacht.

Gespannt sind wir auch, ob wir unsere 6 Freunde aus Alsweiler in Rio treffen werden.

Die Entscheidung mit dem Schwenker war letztlich schnell gefallen: Beppi hatte sich in Sao Vendelino so für uns ins Zeug gelegt, dass wir den Schwenker ihm hierlassen. Er ist absolut eines Schwenkers würdig. Also nix mit einem Schwenker-Foto vorm Maracana. Aber wie sagte bereits Leonora, die uns für zweimal 3 Tage ihre Wohnung überlassen hatte, beim Abschied:

“Ihr seid als Fremde gekommen, und ihr geht als Freunde.”

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Tag 206 Ergänzung – Eine schwere Entscheidung

Heute Abend steht vor dem morgigen Flug nach Rio de Janeiro eine schwere Entscheidung für uns an:

Entweder den Schwenker mitnehmen und versuchen, das Ziel unserer Reise zu erreichen. Schwenken vor dem legendären Maracana-Stadion.

Oder den Schwenker hierlassen und unseren Freund Beppi aus Sao Vendelino froh machen. Der hat sich nämlich mächtig für den Schwenker interessiert.

Mal sehen.

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Tag 206 – Algerien stark!

Mann, da haben wir wieder mal Glueck gehabt. Algerien war der erwartet schwere Gegner. Haben auch ganz schoen gefeiert mit denen im Vorfeld. Die waren fast so gut wie wir. Aber eben nur fast. Am Ende 2:1 fuer uns. War verdient.

Von unserem Equipment bleibt fast nix uebrig: Deutsche Flagge eingetauscht gegen eine algerische, deutschen Schal gegen einen brasilianischenen, diverse Artikel verschenkt usw. Einfach nicht zu beschreiben. Tausend Fotos. Auch Interviews. Ganz grosses Fanfest.

Aber aufpassen auf RTL und NTV – die haben naemlich manipulative Fragen gestellt. Die wollen offensichtlich, dass wir rausfliegen. Damit sie was zu berichten haben. Das machen wir BRAsaars aber nicht mit! Deutschland wird weiterkommen!

Bin jetzt zu muede zum Schreiben. Wir freuen uns auf das Maracana-Stadion in Rio de Janeiro am Freitag. Partie Deutschland gegen Frankreich.

Ob das mit dem Schwenken vor dem Stadion klappt, werden wir sehen. Wird nicht einfach, zumal das Spiel bereits um 13 Uhr Ortszeit beginnt. Schwenken braucht Vorbereitung. Und Fussball auch. Mal sehen.

Einen wunderschoenen guten Morgen nach Deutschland!

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Tag 205 – Hahn, Gockel und Hinkel

Wieder zurueck in Porto Alegre. Zuvor 3 Tage durchgehender Regen wie bei uns im November. Macht aber nix.

Kommen grad von einem Live-Gig in einem Club zurueck. So laute Mucke haben wir auf engstem Raum noch nie gehoert. Echt extrem laut. Dachte, das Hirn hupst mir raus. Kann aber auch das brasilianische Bier gewesen sein. Egal, die Musik war Klasse (soundcloud.com/isidoropilsen wurde uns angegeben). Und vor allem – Equipment aus St. Wendel: Hughes & Kettner. Wir sind eben ueberall. Und vor allem wieder zurueck bei Leonora.

In der Umgebung von Porto Alegre war es in den vergangenen Tagen Klasse. Nur nette Leute, tolle Gegend. Und vor allem: Sie haben alle unseren saarlaendischenDialekt gesprochen. Ich versuche mal, ein erstes kleines Dictionary zu erstellen (zuerst das Wort auf Hochdeutsch, dann die von unseren brasilianischen Freunden benutzten Woerter in deren Dialekt, ueberliefert ueber Jahrhunderte, unglaublich):

Saegemehl                  = Hobelspaene

viel trinken                 = de Dorschd kaputt mache (muessen wir uns merken)

Kommt naeher!           = kommet dichter!

Etwas drehen              = etwas wenzelen

Giftschlange                = beese Schlange

Der LKP parkt.            = De Camion steht ruhig.

Er ist in Rente.            = Se hann ne rausgedoon (Sie haben ihn rausgetan.)

Unentschieden           = Eingestellt.

Drueck die Taste daneben!   = Hups mo riwwer! (Huepf mal rueber!)

Probier das!                 = Schmeck aus!

Da kannst Du zugreifen!   = Da kannschde dir scheppe!

Ich druecke Deutschland die Daumen!   = Ich duun juxe for Alemanha!

(Bei der Weinprobe:) Ihr koennt nun probieren! = Ins Maul demit!

Eine Schwarze = eine Mohr-Frau

Eine tolle Frau   =  e charmant’ Figur.

Es ist leider nicht moeglich, alle Woerter und Eindruecke in einem Blog zu erfassen. Ausserdem haben wir kaum Zeit dazu. Vom Internet-Zugang mal ganz abgesehen.

Nachher gehts zum Spiel unserer Jungs gegen Algerien. Aber erstmal ein paar Stunden schlafen, ist ohnehin anstrengend genug hier. Der Gockel ist zum Glueck ja nicht mehr da. Aber irgendwie verfolgt er uns doch: Es gab gestern Abend auf der Feier zum 87. Geburtstag neben Fleisch auch <Hinkelsherzen am Spiess>. Guten Appetit und einen guten Start in den neuen Tag nach Germany!

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Tag 204 – Davongekommen

Granaten gibts überall auf der Welt. Auch bei uns im Saarland. Aber nicht so viele. Heute Nacht aber waren wir in der wahren Unterwelt gelandet. Unglaublich. Irgendsoein Schuppen in Dois Irmaos nördlich von Porto Alegre. (<Dois Irmaos> uebersetzt = <Zwei Brueder> – Man haette meinen koennen, es seien gute 150 Brueder, die da am Werk waren). Mann Mann Mann. Das war schon knapp. Wie können sich bloß alle Granaten dieser Welt zur selben Stunde am selben Ort auf einmal zusammentun? Gerettet hat uns jedenfalls letztlich ein Taxifahrer, der Deutsch sprechen konnte. Bestimmt verständlich, dass wir keine Fotos oder Videos hier einstellen können – sonst wären wir noch während des Aufnahmeversuchs augenblicklich entniert worden. Soviel mal auf die Schnelle.

Die Party bei der Verwandtschaft zuvor war übrigens Klasse! Mehr im nächsten Blog. Muss jetzt ruhen und mich sammeln. Michel gehts ebenso. Die beiden anderen BRAsaars waren von vornherein nicht mit. Norberto lädiert, Herrmann müde.

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Tag 203 – Großes Nachfahrentreffen

Der Gockel war wieder da. Unglaublich. Dass der sich das wieder getraut hat. So langsam wird er übermütig. Außerdem haben sich auch noch Kiebitze mit ihm zusammen getan. Gut, dass wir heute weiter fahren. Wer weiß, wer sich heute Nacht noch dazu gesellt und Palaver  gemacht hätte.

Heute steht möglicherweise der ungefährlichste, aber wohl mit Abstand der anstrengendste Tag vor uns. Treffen der Urgroß-Cousinen und -Cousins anlässlich des 87. Geburtstages der Ur-Ur-Großtante. Ist ganz in der Nähe von Sao Vendelino.

Hoffentlich gibt es kein Fleisch. Uns gehen die Zahnstocher aus.

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Tag 202 – VOR der Weinprobe …

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Nachher wird aktualisiert – vielleicht zumindest …

NACH der Weinprobe ist VOR der Bierprobe (3 Stunden später).

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Tag 202 – BRAsaar Osvaldo neuer Polizeichef von Porto Alegre

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Tag 202 Ergänzung – Übernahme der Präfektur durch BRAsaar Herrmann

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Tag 202 – Weiter gehts!

imageWie kann ein einzelnes Tier bloß so einen Palaver machen? Seit 3:30 Uhr heute Nacht ging gar nix mehr. Und damit meine ich nicht Norberto. Nee, es war ein unglaublicher Hahn, der gefühlt unmittelbar vor dem Schlafzimmer scheinbar um sein Leben gekräht hat. Habe mal nachgerechnet: Muss so ungefähr alle 10 Sekunden ein kräftiger Ausstoß gewesen sein. Ist auch genau der laute Schlafrhythmus von Norberto. Konnte man draufgehen. Fünf Sekunden nach dem Hahn war Norberto an der Reihe. Der lag direkt neben mir. Erst hörte man also den Hahn, dann Roberto, dann wieder Hahn, Roberto, Hahn, Roberto usw. Ich mittendrin. Ich wusste nicht, wem ich zuerst an die Gurgel gehen sollte.

Zum wichtigsten Utensil entwickelt sich ein Gegenstand, den wir natürlich nicht mitgenommen hatten auf unsere Reise. Braucht man ständig. Und an sowas hatte vor der Reise niemand gedacht. Können nur jedem empfehlen, bei einer Reise nach Südamerika unbedingt ganz ganz viele Zahnstocher mitzunehmen. Wir müssen täglich kiloweise Churrasco-Reste rauspuddeln. Unglaublich.

Gestern bei der Ankunft in Sao Vendelino wurden wir empfangen die Staatsgäste. Erst in die Präfektur zur Bürgermeisterin. Die hatten wir ja bereits vor unserer Reise in Sankt Wendel kennengelernt. Dann gemeinsames Schmausen in einer Bar und dabei den Sieg unserer Jungs gegen die US-Boys gefeiert. Danach hat die Bürgermeisterin in einer Erkundungsfahrt ihre Gemeinde vorgestellt. Sehr beeindruckend. Würde hier aber leider den Rahmen sprengen, auf alles einzugehen. Und abends hat sie uns sogar noch zu sich nach Hause zum Chirrasco eingeladen.  Ihr Mann hat uns dann in die Geheimnisse der Fleischbraterei eingewiehen. Hat uns genau erklärt, wie das Fleisch zu “wenzeln” ist. Schon cool, wie die Einwohner das saarländische Dialekt hier variiert haben.

Zur Abwechslung oben mal ein Foto mit Blick von unserer Casa in den Garten. Vielen Dank an Jürgen Zimmer. Ein wunderschönes Anwesen!

Heute stehen weitere Erkundungen in die nähere Umgebung auf dem Programm. Michel wurde als Fahrer bereits abgelöst. Haben einen neuen engagiert.

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Tag 201 – Heute wirds moeglicherweise gefaehrlich

So, heute geht´s auf den moeglicherweise gefaehrlichsten Abschnitt unserer Mission. Mit dem Auto 4 Tage in die Umgebung von Porto Alegre. Das Geaehrliche: Michel faehrt. Hat eben als einziger einen internationalen Fuehrerschein.

Erste Station soll Sao Vendelino sein. Das ist die Partnerstadt von St. Wendel. Deren Buergermeisterin hatten wir zufaelligerweise auch schon im Luftschiff getroffen auf dem Flug von Frankfurt nach Brasilien. In Sao Vendelino wollen wir uns das WM-Spiel D gegen USA ansehen. Und danach Michels Ur-Grosscousinen besuchen, die sich dort in der Gegend gegen Ende des 19. Jahrhunderts niedergelassen haben.

Gestern Abend gab es Churrasco bei unserer brasilianisch-saarlaendischen Gastgeberin Leonora. Ueberhaupt – es gibt so viel Fleisch in Brasilien zu essen, das ist unglaublich. Meine Frau meinte vor der Reise, vielleicht komme ich ja heim und habe 5 kg abgenommen. Es koennte aber auch sein, dass ich heimkomme und 7 bis 8 kg zugenommen habe.

Hoffentlich gibt es in Sao Vendelino mal kein Fleisch zu essen.

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Tag 200 Ergaenzung – Deutsche Fans in Fortaleza

https://www.youtube.com/watch?v=AoAEs8asfss

 

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Tag 200 – Die argentinische Invasion

So, heute gehts zum Spiel Argentinien gegen Nigeria. Brauchen nur noch 1 Ticket (3 haben wir ja schon). Leonora meint, wir muessten aufpassen, es kaemen so um 150.000 (!) Argentinier. Und mit denen sei nicht zu spassen. Mit uns 4 BRAsaars aber auch nicht.

Wir gruessen jetzt einfach mal alle in der Heimat!!!

Der Schwenker war gestern uebrigens kurz vor seinem ersten Einsatz. Hatten ihn mit zur Uru-Kneipe. Konnten uns aber vor lauter Feiern mit den Urus nicht um den Schwenker kuemmern. Nicht schlimm. Fotos dazu gibts uebrigens auf der Osvaldo-Facebook-Seite. Da sind die Teile schneller hochgeladen. Hier Text, dort Fotos und Filme.

Mal sehen, wie das heute so wird … (Stand: 25.06., 08:51 Uhr Ortszeit).

Beim Spiel D gegen Ghana konnten wir immerhin ein Megaphon und einen kleinen Blutooth-Lautsprecher ins Stadion schmuggeln. Aus Versehen natuerlich. Hatten die Teile angemeldet und wollten sie abgeben. Wurden dann aber von einer Stelle zur anderen geschickt. Niemand fuehlte sich zustaendig fuer die Entgegennahme. Ist in etwa so wie bei unseren Beamten. So stelle ich mir das vor. Schliesslich waren wir so verzweifelt, dass wir das Megaphone und den Lautsprecher mitnehmen mussten.

Wir stellten dann durch ein Experiment fest, dass das schon ziemlich laut ist, wenn man den ueber Bluttoth Musik auf den Lautsprecher lenkt und diesen dann direkt ans Megaphon. Gut, so laut wie der Stadionlautsprecher waren wir nicht. Aber immerhin. <Schwarz – rot – gold> von Helene Fischer ist jedenfalls unser Favorit fuer diese Art von Unterhaltung.

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Tag 199 – Zwischenfazit: Alles richtig gemacht

Auf dem Flug von Fortaleza nach Porto Alegre ueber die Hauptstadt Brasilia sitzt ein Nigerianer neben uns. Klar, dass wir ihn wegen Tickets fuer das Spiel Nigeria gegen Argentinien am 25.06. in Porto Alegre anhauen. Und tatsaechlich – er hat immerhin 3 Stueck. Die nehmen wir.

Der wird sich wundern, wenn wir im Stadion neben ihm im Nigeria-Block sitzen und Argentinien-Trikots anhaben.

Der Anflug auf Brasilia ist gespenstisch: Total leere Strassen, kaum ein Auto zu sehen. Kein Wunder: Brasilien spielt in diesem Moment in Brasilia gegen Kamerun. Herrmann erinnert das an sellmols, an 1954, als alle vor dem Radio sassen (Mist, ich finde hier auf der Tastatur kein scharfes s).

Bei der Ankunft in Porto Alegre (23 Uhr Ortszeit) faehrt uns ein Taxi zur Tanta von Michel, wo wir wohnen koennen. Unterwegs bestaetigt sich dann der Hinweis von Juergen Zimmer, wonach die bei Rot an einer Ampel einfach durchbrettern, wenn frei ist. Nur nicht anhalten und sich der Gefahr des Ausraubens aussetzen. Wir loben den Taxifahrer und geben ein ordentliches Trinkgeld.

Der Taxifahrer musste ohnehin eine Menge Gepaeck transportieren. War doch tatsaechlichnoch eine riesige Haengematte dazugekommen, die am letzten Abend in Fortaleza auf einem Markt gekauft worden ist. Sau sperrig, das Teil. Und schwer. Werde das Norberto, wie er mittlerweile hier heisst, nicht vergessen, dass er mit dem Haendler offensichtlich unter einer Decke steckte und mir so in den Ruecken fallen konnte. Fortaleza ist zwar bekannt fuer seinen genialen Haengemattenbau, aber dieses bloede Teil jetzt quer durch Brasilien zu transportieren, ist der helle Wahnsinn.

In Porto Alegre werden wir morgens von Leonora, Michels Tante, herzlich begruesst. Auf saarlaendisch platt natuerlich. Cool. Sie hatte am Abend zuvor bereits Essen auf den Tisch gestellt, alles fein sorgfaeltig zubereitet. Sehr sehr nett, die Leonora!

Morgens direkt eine Stadtrundfahrt. 2 Stunden. Porto Alegre gehoert, auch mit Abstrichen, definitv nicht zu den schoensten Staedten dieser Erde, um es mal vorsichtig auszudruecken. Und kalt ist es. Gut, dass wir die Jacken dabei haben. Ganz schlimm: Nur kaltes Wasser am Morgen beim Duschen.

Nachmittags landen wir bei uns um die Ecke bei den Urus, die dort eine Kneipe haben. Maechtige Stimmung. Die haben auf der Strasse einfach einen Grill aufgestellt und brutzeln. Sehr imponierend. Sehen uns dann gemeinsam das Spiel der Urus gegen Italien an. Was heisst <sehen> – wir stehen so weit hinten, auf der Strasse, dass wir nix erkennen koennen. Macht aber nix. Wir koennen ja fuehlen, was da vor sich geht. Als die Urus dann gewonnen haben, kocht die Stimmung ueber. Wir gehen dann kurz heim, werfen uns die Deutschland-Trikots ueber und gehen wieder zu den Urus und feiern mit.

Um 21 Uhr koennen wir nicht mehr. Die vergangene Woche hat uns doch ziemlich geschafft. Auch erste Blessuren sind bei einigen erkennbar: Husten, Halsweh, Mueckenstiche. Aber hierfuer hat Michel ein geniales Geraet dabei. Saugt einfach das ganze Gift weg. Soll angeblich auch bei Schlangenbissen funktionieren. Aber so weit muss es ja nicht unbedingt kommen … Um 21.05 Ortszeit Uhr liegen wir in den Betten. Um 21.05 Uhr und 15 Sekunden schlafen wir.

Zwischenfazit nach 1 Woche: Alles richtig gemacht.

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Tag 198 Ergänzung – Einfach mal ein paar Fotos

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Tag 198 – Noch nicht entniert

Eins kann man jetzt schon sagen: Entgegen den Befürchtungen (fast) alles perfekt organisiert. Die Brasilianer sind freundliche und aufgeschlossene Leute. Auffallend ist die enorme Polizeipräsenz am Tag und in der Nacht an allen möglichen Stellen. Es gab bislang nur eine einzige brenzlige Situation für uns: Am helllichten Tag kam ein offensichtlich durchgeknallter junger Mann wild schreiend auf uns zugerannt. Passiert in Deutschland aber ja auch schon mal. Wir haben ihn dann einfach an die Gruppe hinter uns verwiesen. Damit war er dann zufrieden.

Michel hatte schon befürchtet, dass wir jetzt entniert werden würden. Noch mal gut gegangen.

Hab ganz vergessen, auch bei der Einreise gab es eine brenzlige Situation. Beim Ausfüllen irgendeines Formulars hat Hermann bei “Ziel bzw. Zweck der Reise” um ein Haar statt “Holiday” “Holigan” ausgefüllt. Michel fällt es aber zum Glück rechtzeitig auf.

Fortaleza war jedenfalls cool. Und heiß. Auch das Wasser in der Dusche kennt nur eine einzige Temperatur. Kein Hebel zum Kalt- oder Warmdrehen. Nicht schlimm. Man gewöhnt sich dran. Konnte hier endlich auch ein lang gehegtes Experiment angehen: Südlich des Äquators läuft das Wasser tatsächlich entgegen des Uhrzeigersinns in den Abfluss. Auf der Nordhalbkugel läuft das andersrum.

Meist gespielter Titel in den Bars und Kneipen: Atemlos von Helene Fischer.

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Tag 197 Ergänzung – Weitere Entwicklungen, weitere Verwicklungen

Sieht “Hamma” aus, wenn Michel beim Bezahlen seinen Trick vorführt. Sieht jedes Mal seine Schuhe aus und kramt unter den Socken immer ein paar Real heraus. Bei mir geht das schneller. Immer alle Scheine lose in irgendwelchen Hosentaschen. Da können sich dann die Räuber im gegebenen Fall alles mal schön selbst zusammensuchen.

Die Zeitungen schrieben hier gestern vor dem Spiel Deutschland gegen Ghana von einer “deutschen Invasion”.

Ist ja auch klar. Spanier kriegt man hier irgendwie überhaupt keine zu sehen. Komisch. Sind doch sonst nicht so. Und die Engländer werden auch immer weniger. Die behalten aber immerhin ihren Stolz und tragen weiter ihre Trikots. Den meisten Spaß haben wir mit den Urus und den Mexikanern. Und den Brasilianern. Und den Brasilianerinnen natürlich.

Ein total komisches Gefühl: Die englischen Fans drücken uns die Daumen. Sollen Europa gut vertreten. Es soll noch einer sagen, Europa existiere als Gemeinschaft nicht.

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Tag 197 – Das Tempo ist nicht durchzuhalten!

Jeden Tag eine unglaubliche Hitze. Tags wie nachts. Die wichtigsten Leute hier sind die Getränkeverkäufer, die wirklich an jeder Ecke der Stadt stehen. Und in Strandnähe stehen die alle 2 Meter nebeneinander. Man hat hier wirklich immer eine Getränkeflasche am Hals hängen. Oder was anderes. Kommt auch vor.

Gestern Abend haben wir jede Menge Leute getroffen. Jemand wollte dann auf brasilianisch wissen, wo wir denn herkämen. Norbert fragte mich dann, ob ich denn überhaupt noch fit sei, aufpassen ja nicht irgendetwas von mir zu geben. “Allemol!” Hab ich dann gesagt. Der Brasilianer hat aber versehentlich “Alemao” verstanden. War aber auch egal. Er wusste jetzt jedenfalls, dass wir Deutsche sind. Der saarländische Dialekt ist eben international sehr gefragt.

Wollten gestern Abend relativ früh ins Bett. Waren ziemlich geschlaucht von der Anreise und den beiden Vortagen. War so halb 11. Michel meinte dann aber, dass wir doch noch ein Bier trinken gehen könnten. Haben wir dann auch gemacht. Und ob man es glaubt oder nicht – es geht hier in Brasilien genauso aus wie als wenn man im Saarland wäre, wenn man noch nur 1 Bier trinken gehen möchte.

Große Teile der 4 BRAsaars haben heute kaum noch eine Stimme. Haben gestern im Stadion eben alles gegeben. Klar ist aber auch, dass wir das hohe Tempo der vergangenen drei Tage nicht auf Dauer durchhalten können. Ohnehin ist man hier von den Temperaturen den ganzen Tag wuschig. Zum Glück geht’s morgen ganz in den Süden nach Porto Allegre. Dort soll man nachts Wolldecken brauchen. Denke, wir sind ganz froh darüber. Ist einfach zu anstrengend hier.

Schon in der ersten Nacht hätte es uns fast gekostet. Oder sagen wir mal so: In der Kneipe war die Rechnung höher, als einer von uns vermutet hätte. Da der zweite Mann die Kneipe bereits nach dem Bezahlen verlassen hatte, stand der andere nun an der Kasse ziemlich alleine da. Und eben ohne genügend Geld. Es fehlten umgerechnet rund 30 €. Der arme BRAsaar hat bereits mit dem Schlimmsten gerechnet. Stand doch ein Militärpolizist beim Eintreffen in der Kneipe mit einer Kalaschnikow im Anschlag und hat einen Typen untersucht. Mir war schnell klar, so wird es mir nun auch ergehen.

Kam aber zum Glück anders. Wie genau und warum es anders kam, ist bis heute nicht mehr zu rekapitulieren. An den Brasilianisch-Künsten hat es bestimmt nicht gelegen. Egal. Die Kneipe durfte jedenfalls in Freiheit verlassen werden. Der Preis dafür war aber, dass mir heute noch die Ohren weh tun. Musste eine Furchtbare Schimpftirade auf Brasilianisch über mich ergehen lassen.

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Ging dann am nächsten Tag hin und bezahlte. Alles war wieder gut.

Was gibt es sonst noch zu berichten? Muss ja die Zeit zu Hause nutzen, wenn das Internet mal gerade funktioniert.

Vielleicht erzähle ich einfach mal von Hermann. Den kannte ich ja nicht so gut bisher. Er ist schon ein Original. Und mit 64 Jahren der älteste von uns. Er verfügt mit Abstand über die größten Reiseerfahrungen unter uns. Kein Wunder, dass er nach drei Tagen immer noch “Gracias” statt “Obrigado” für “danke” sagt.

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Tag 196 – Nur noch Bilder!

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Saarlandflagge über Fortaleza.

Und hier unsere neuen brasilianischen Freunde: Hallinho, Greulinho, Gerhartinho, Ueckinho und Gescherminho.

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Das fehlte noch: Die ARD hat uns beim inbrünstigen Singen der Hymne eingefangen.

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Tag 195 – Erste Eindrücke

Erste erkennbare Tendenz: Norbert schnarcht nicht. Er schläft nur eben etwas laut. Michel schläft wie ein Murmeltier. Immer, wenn er im Flugzeug wach geworden ist, hat er sich einfach eine neue Schlaftablette eingeworfen. Unglaublich.

Am Flughafen wurden wir nicht wie vereinbart abgeholt. Geht ja gut los! 1 Stunde später war aber alles klar.

Dann kommen wir in unserer Wohnung. 13. Stock in Fortaleza. Unter Sicherheitsaspekten kommt uns das nicht ganz geheuer vor. Beschließen daher, dass es sicherer ist, stets alle Wertgegenstände und Bargeld alles bei uns zu haben. Wir schätzen das Risiko, dass in die Wohnung eingebrochen wird, größer ein als dass wir überfallen werden.

Ansonsten ist die Wohnung cool: direkt gegenüber der Fanmeile am Strand.

Stechmücken gibt es komischerweise, aber zum Glück nicht. Die würden es nur bis zum siebten Stockwerk packen, nicht aber bis zum 13. Stockwerk hoch. Sind eben ein bisschen schwach auf der Brust, die Stechmücken in Brasilien.

An der Fanmeile kommt plötzlich eine junge Frau im FIFA-Dress auf uns losgestürmt und überreicht uns freudestrahlend ein paar Flyer mit Bonbons dabei. Wir bedanken uns artig und freuen uns. Erst bei genauerem hinsehen haben wir dann erkannt, dass wir gerade eine Doppelpackung mit acht Kondomen erhalten haben. In Fortaleza wird eben nicht nur Fußball gespielt, sondern es ist wohl auch DIE Partystadt Brasiliens, wie uns gesagt worden ist.

1. Abend: bereits alle guten Vorsätze sind über Bord geworfen: immer zu viert zusammen bleiben. Keinen Salat essen (wegen möglicherweise verunreinigtem Wasser). Keinen Caipirinha trinken. Früh ins Bett gehen, damit man morgens fit ist. Aber egal.

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Tag 194 – Wir leben!

Mission gestartet. Alle Mann an Bord. Melden uns später noch mal. Müssen los. Werden überall gebraucht!

So, jetzt sind wir wieder da. Alles nicht so einfach mit dem Internet und dem WLAN hier.

Die Reise mit dem Luftschiff (so sagen die Brasilianer aus Sao vendelino zum Flugzeug) ist gut verlaufen. Von Haustüre zu Haustüre aber immerhin 28 Stunden.

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Treffen unterwegs mehrere andere Gruppen aus Deutschland. Die meisten, die wir treffen, haben die Reise nach Brasilien gewonnen. Komme mir vor, als seien wir die einzigen, die nach Brasilien reisen und die Reise auch selbst bezahlt haben.

Hier ein Foto mit den Jungs, die ihre Reise mit Antenne Bayern gewonnen haben.

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Tag 193 – Bianca S. aufgetaucht!

Heute geht es los!

Wir fliegen am Abend mit der TAM ab Frankfurt. Meine Mutter fragt, ob diese Fluggesellschaft denn auch sicher sei.

“Selbstverständlich!”, erkläre ich und ziehe die Augenbrauen hoch, “das ist die original-brasilianische Airline. Die ist total sicher. Oder hast Du schon mal was von ihr gehört?” Da kann meine Mutter aber nur den Kopf schütteln. Die sei ihr bisher nicht ins Auge gefallen. “Eben!” sage ich und denke: ‘Wird schon gut gehen.’ Meine Mutter gibt mir zur Sicherheit dann trotzdem noch einen gesegneten Palmzweig mit.

Der gesegnete Palmzweig wird uns helfen, da bin ich mir sicher. Der wird uns nicht nur vor allerlei Fluggefahren, sondern auch vor sonstigen Verkehrsgefahren schützen. Hoffentlich. Denn heute haben wir über Michels Verwandte Leonora noch ein Auto für unsere Zeit in Porto Alegre angemietet. Einen Ford Fiesta. Wusste gar nicht, dass es den noch gibt. Ist ja auch egal. Wir wurden jedenfalls gewarnt vor den rücksichtslosen brasilianischen Verkehrsrowdys. Das beunruhigt mich etwas, aber nicht allzu sehr – mehr Angst habe ich, weil unser BRAsaar Michel der einzige ist, der einen Internationalen Führerschein besitzt. Das heißt, er wird fahren. “Fahren” wird man aber nicht sagen können. Norbert, der dessen Fahrkünste gut kennt, meint: “Er versucht, das Auto zu steuern.” Das sei zudem eigentlich auch kein “Steuern”, sondern lediglich ein Versuch, ein Fahrzeug fortzubewegen. Und meist ende der Versuch ziemlich erfolglos. Norbert meint, Zeitgenossen, die Michel kennen, würden sogar von einem “voraussichtlich untauglichen Versuch” sprechen, wenn sie sich vorstellen, wie Michel auf dem Fahrersitz eines PKW in Brasilien sitzt. Egal. Mein Vertrauen hat er. Wir haben ja den Palmzweig.

Beginne, die Koffer zu packen. Der Schwenker muss zuerst rein. Alles andere ist nicht so wichtig. Hier gut zu sehen:

Schwenker im Koffer

Mann, wie ich mich freue! Um das mit dem Schwenken vor dem Maracana-Stadion in Rio auch tatsächlich zu schaffen, hatte ich überlegt, das deutsche Generalkonsulat in Rio anzuschreiben, damit die uns vielleicht helfen können. Genehmigungen und so. Habe nämlich gesehen, dass der dortige Generalkonsul Harald Klein in Trier geboren ist. Vielleicht hätte er ja Verständnis, besonderes Verständnis sogar, für seine schwenkenden Nachbarn aus dem Saarland. Nach reiflichem Überlegen aber habe ich davon Abstand genommen. Nicht dass seine Leute, die vermutlich keine Affinität zum Saarland so wie er, den heißen Tipp weitergeben und wir schon an der Einreise nach Brasilien gehindert werden. Nee, nee, wir wollen erstmal überhaupt dorthin kommen. Muss also ohne Generalkonsulat gehen.

Zum Schluss noch eine absolute TOP-Neuigkeit: Bianca S. hat sich gemeldet! Hat einen coolen Kommentar geschrieben. Kann hier an dieser Stelle nur sagen: Im Saarland kennt eben jeder jeden bzw. jeder jede bzw. jede jeden bzw. jede jede. Au Mann. Schon schwer, wenn man alles geschlechtsspezifisch korrekt formulieren will. Man muss das schon alles genau richtig formulieren. Gehört sich so. Führt eben kein Weg dran vorbei und ist total wichtig. Obwohl ich das eigentlich für zu kompliziert halte mit den ganzen Formulierungen. Man muss eben sehr genau arbeiten. Egal. … Wo waren wir …? Ah ja, Bianca S. Gut, sie ist offensichtlich Pfälzerin, so wie sie schreibt. Ist aber nicht schlimm. Schlimmer ist es ja aus ihrer Sicht: Trifft sie doch 4 Saarländer. Ist aber alles gut. Sie will jedenfalls auf einen Schwenker vorbeikommen. Wir freuen uns auf die Halbbrasilianerin (und werden berichten, ob es was wird mit unsrem Treffen in Rio)!

Mein Bruder hat mich schon gestern Abend verabschiedet. Er gibt mir noch einen Ratschlag mit auf den Weg. Jetzt muss ich genau hinhören, denke ich, denn niemand kennt mich besser. Ich bin ganz Ohr und konzentriere mich voll auf das, was er sagen wird und wozu er tief Luft nimmt: “Trau’ keinem!” sagt er schließlich, “hörst Du!?” Er kennt mich eben ganz genau. Ich überlege kurz und denke dann:

Gut, dass er nicht gesagt hat ‘Trau’ keiner!’ In diesem Moment freu ich mich über gelegentlich auftauchende geschlechtsspezifische Ungenauigkeiten.

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Tag 192 – Hattrick ist nicht gleich Hattrick!

Ein Klasse-Sieg gegen Portugal! Mit dem 4:0 steigen auch die Chancen der 4 BRAsaars, das Achtelfinale mit deutscher Beteiligung zu sehen. Ich grüße an dieser Stelle auch mal das Tippspiel “Samba-Partie” auf der Arbeit. Hoffentlich verraten die mich aber nicht. Es soll nämlich eigentlich geheim bleiben, dass ich als einziger auf Portugal als Weltmeister getippt habe. Habe die total überschätzt. Ansonsten aber bin ich ein absoluter Spezialexperte in Sachen Fußball. Aber den Weltmeister vorhersagen ist schon schwer.

Kriegte wegen des Deutschland-Spiels übrigens noch Krach zu Hause. Diesmal nicht mit meiner Frau, sondern … mit meiner Ältesten. Sie ist 13 und hat doch tatsächlich behauptet, der Müller hätte einen Hattrick gemacht. “Quatsch” sage ich. Ich kläre sie dann auf. Ruhig und sachlich. Weise sie darauf hin, dass ein Hattrick nur ein Hattrick ist, wenn ein Spieler (oder eine Spielerin, soll man ja nie unterschätzen) drei Tore unmittelbar nacheinander in einer Spielhälfte erzielt. War bei Müller ja aber nicht so, er erzielte ja in unterschiedlichen Spielhälften und dann noch mit Unterbrechung wegen des Tor von Hummels. Aber was macht die Kleine? Sie widerspricht weiter heftig.

Gut, denke ich, das macht nix, sie ist eben in der Pubertät. Da kann man eben mal keine Ahnung haben, da widerspricht man eben aus Prinzip. Einfach mal so, ohne Hintergrundwissen. Sie ist ja erst 13.

Ich kläre sie dann – dieses mal besonders sachlich und besonders behutsam und reich gestikulierend und unter Verweis auf meinen immensen Sachverstand als absoluter Fußballexperte – eingehend auf und warne sie eindringlich davor, solche Behauptungen weiter zu verbreiten. “Das fällt dann alles auf Deinen Vater zurück”, sage ich mit erhobenen Zeigefinger und schicke sie ins Bett.

Vergleichbar ist so eine Situation nur noch mit dem Umstand, wenn ein saarländischer Vater nicht so gut schwenken kann und es dann nachher im Dorf heißt: “Auch Dein Vater konnte schon nicht schwenken!” Nee nee, sowas muss man sofort unterbinden. Habe ich ja getan.

Abends behauptet im Fernsehen noch ein Zweiter, dieses Mal ein Mann, dass Müller einen Hattrick erzielt hätte. Macht mich stutzig. Ein Mann, der nicht kapiert, was ein Hattrick ist? Unmöglich. Beginne, mir echte Sorgen zu machen, Stirnrunzeln reicht da nicht mehr.

Schaue beim Surfen bei Wikipedia rein, so mal ganz nebenbei, nicht gezielt, nur mal eben so. Kann nicht fassen, was da zu “Hattrick” steht:

“Im internationalen Fußball zählt bereits das Erzielen von drei Toren eines Spielers in einem Spiel als Hattrick, weshalb beispielsweise die drei englischen Tore im Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1966 von Geoff Hurst als Hattrick gewertet werden. Um den „deutschen“ Hattrick von der internationalen Definition abzugrenzen, wird häufig umgangssprachlich die Bezeichnung „lupenreiner Hattrick“ oder „klassischer Hattrick“ verwendet. Im deutschen Fußball bedeutet ein Hattrick, dass die drei Tore in einer einzigen Spielhälfte erzielt worden sind, weshalb die Attribute „lupenrein“, „klassisch“ oder „golden“ nicht nötig sind, in aller Regel aber dennoch verwendet werden.”

Bin sprachlos. Gut, dass die Kleine schläft, sonst müsste ich das eben Gesagte korrigieren. Beschließe nach kurzem Überlegen aber, einen effektiveren Weg einzuschlagen. Damit es nachher nicht heißt “Schon Dein Papa hatte keine Ahnung vom Fußball”. Die Kleine soll nicht leiden müssen. Logge mich umgehend bei Wikipedia ein und versuche, den Artikel umzuschreiben. So wie es eben richtig sein muss. Ist ja bloß ein Satz einzubauen.

Hier der Screenshot:

Screenshot Wikipedia Hattrick

So, jetzt kann meine Kleine wieder aufrechten Hauptes durchs Dorf gehen.

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Tag 191 – Den Jetlag vorbeugen

So, heute Abend beginnt die WM. Unsere Jungs müssen ran. Mal sehen, ob die was reißen.  Wär extrem wichtig!

Insgesamt kommt die WM mir sehr entgegen, vor allem die Anstoßzeiten. Viele beschweren sich ja über den teils späten Beginn. Wenn es nach mir ginge, könnten aber ruhig alle Spiele um 3 Uhr unserer Zeit beginnen. Kurz vor 5 sind die dann aus. Brasilianischer Zeit wäre das in etwa Mitternacht. So helfen mir die späten Spiele enorm dabei, den Jetlag zu überlisten.

Komme am Donnerstag in Brasilien an und bin direkt drin in meinem Rhythmus. Schon toll, so eine WM.

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Tag 190 – Fieberträume

Jetzt hat’s mich doch erwischt. Die 4-er-Tetanus-Rundum-Sorglos-Vollschutz-Impfung hatte es in sich. Habe plötzlich Fieber, Schüttelfrost und Gliederschmerzen.

Muss mich nachmittags ins Bett legen und verpasse dadurch leider das Treffen mit der Bürgermeisterin aus Sao Vendelino (Partnerstadt von St. Wendel in Brasilien), die derzeit im Saarland weilt. Michel, Herrmann und Norbert erzählen mir später, dass sie sehr nett sei und ein unglaublich tolles saarländisch-platt spricht.

Im Flieger am Mittwoch-Abend nach Brasilien sehen wir uns dann hoffentlich. Sie hat den gleichen Flug gebucht wie wir: Frankfurt nach Sao Paulo.

Vor dem Flug gehen wir gemeinsam durch die Kontrollen. Die fragen mich dann, was ich denn dabei habe im Handgepäck. Wie soll ich nun erklären, dass ich den Schwenkerrost ins Handgepäck eingepackt habe? Durchmesser 50 cm. Überlege mir, was ich sagen soll. Ausnahmegepäckstücke sind zum Beispiel möglich, wenn man Kinder mit ins Flugzeug nimmt oder einen Konzertauftritt vorbereitet. Habe mehrere Möglichkeiten:

“Das ist ein moderner saarländischer Kinderwagen, der sich nach dem Entpacken selbst aufbaut”, erkläre ich wichtigtuerisch. “Sieht zwar nicht so aus, erfüllt aber voll seinen Zweck.”

Alternativ höre ich mich sagen: “Das ist ein traditionelles saarländische Musikinstrument: Klingt unglaublich gut und entfaltet seine volle Resonanz, wenn er heiß gemacht wird.”

Damit komme ich durch. Das akzeptieren sie an der Kontrolle.

Während des Fluges packen wir unseren Schwenker aus. Wollen im Mittelgang des Fliegers “anschwenken”. Kann schließlich nicht früh genug damit anfangen. Packen also die 3 Standbeine aus, stecken sie sorgfältig zusammen und führen die Kette durch die Führungsschiene. Sieht gut aus, ein Schwenker im Mittelgang!

Die Stewardessen sehen das offensichtlich nicht so. Wollen sofort anhalten lassen und uns rauswerfen. Oh Gott! Als die Flugzeug-Crew dann dabei ist, die Tür im Flieger aufzumachen, um uns rauszuschubsen, …

… … …

… werde ich Gott sei Dank wach. Schweißgebadet. Was für ein Fiebertraum! Gut, dass wir noch leben, die brauchen uns ja noch in Brasilien. Meinen Jungs werde ich empfehlen, das angedachte Anschwenken im Flieger eher doch zu unterlassen.

Obwohl – das mit dem aufgebauten Schwenker im Mittelgang des Flugzeugs hat mir schon imponiert, das hatte was.

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Tag 189 – Was bedeutet “Jogi” und wo findet man einen?

So, letzte Impfung. Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung und Keuchhusten im 4er-Pack. Zuvor schon Hepatitis A und B, 1. und 2. Impfung, sowie gegen Gelbfieber. War alles ok, keine Beschwerden danach (außer etwas schummrig).

Abends ist Jogi im Fernsehen und gibt ein Interview, also den Löw mein ich. Au Mann. Das Geräusch, wenn der Jogi während des Redens Speichel zusammen mit Luft hochzieht, das hat schon was.

A propos Jogi. Was heißt eigentlich “Jogi”? Wofür steht “Jogi”? Hab mal irgendwo gelesen, das soll “Joachim” heißen. Scheint mir Quatsch zu sein. Keine Spur von einem “g” in “Joachim. Vielleicht meinen die ja eigentlich “Johi”. Ein “h” ist ja drin in “Joachim”. Wer weiß. Im Saarland gab es jedenfalls mal einen “Joho”. Der war der erste Ministerpräsident des Saarlandes. “Johannes Hoffmann” hieß er richtig. Das “Joho” macht dann auch Sinn.

Aber “Jogi”? Yogi-Bär vielleicht? Muss googeln. … Aha. Da haben wir’s. Bei “Was ist ein Jogi und wo findet man einen?” spuckt Google aus:

„Ein Jogi ist ein Mensch, welcher die Praktiken einer wissenschaftlichen Methode nutzt, um zur göttlichen Erkenntnis zu gelangen.“

Ach so. Und weiter:

“So kann ein Jogi entweder Mann oder Frau (Anmerkung: Jo, kann hinkommen), verheiratet oder unverheiratet sein und lebt zu meist in der Gesellschaft, wobei er alle seine Aufgaben ohne Erwartung einer Belohnung entrichtet.”

Das glaube ich jetzt aber nicht. Ohne Erwartung einer Entlohnung macht der gar nix. Weiter heißt es:

“Auf der anderen Seite gibt es aber auch Jogis, die sich allem entsagen und deren Hauptaufgabe darin besteht, die Vollkommenheit zu erlangen, indem sie sich von allen sozialen Verantwortungen lösen und sich nur noch spirituellen Praktiken widmen.”

Jetzt kommen wir der Sache schon näher. So oder so ähnlich kommt mir das jedenfalls auch vor.

 

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Tag 188 – Mein Vermächtnis

So, nur noch 5 Tage, dann geht’s los nach Brasilien.

Waren vor ein paar Tagen auch wieder im Vereinshaus. Meine Kumpel, die nicht mitfahren nach Brasilien, trauern bereits.

Ich weiß nur nicht, ob das vorgegaukelt ist oder ob die das tatsächlich ernst meinen. “Viel zu gefährlich, die erschießen jeden, der auf Touri macht!” oder “Pass bloß auf, Osvaldo, wir kennen Dich, das geht nicht gut aus.” oder “Bleib besser hier. Du kannst zu uns nach Ottweiler kommen und nach 2 1/2 Wochen gehst Du wieder heim und sagst, wie toll es in Brasilien war.” oder auch “Sag alles ab, und komm mit mir nach Füssen ins Allgäu. Da ist es auch schön.”

Au Mann. Darf ja eigentlich alles nicht wahr sein.

Jetzt haben sie mich so weit. Ich mache mein Vermächtnis. Hier die Dokumente (“geschwärzt” aus Rücksicht auf die Vermächtnisnehmer, die unerkannt bleiben wollen):

Vermächtnis Trampolinanlage Vermächtnis Münzsammlung

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Tag 187 – Banner fertig!

21.55 Uhr. Es geht gleich los. Möge die brasilianische Comedy-Truppe um Bernard, Fred, Hulk und Jo gewinnen, damit die Stimmung im Land positiv und ausgelassen wird. Ich drücke Brasilien jedenfalls ganz fest die Daumen für eine gute und schöne WM!

So, Norbert war zuvor aktiv und hat ein Banner erstellen lassen. Deutschland-Flagge mit Saarland-Wappen und Hinweis auf unsere konkrete regionale Herkunft:

Marpinger on Tour

Das dürfen wir auf gar keinen Fall verlieren.

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Tag 186 – Tipp ist Tipp!

Wir hängen wieder ab in unserem Vereinshaus. Diesmal kommt der Wirt dazu und wir kommen auf das Gespräch “Brasilien”. Nach kurzer Zeit meint er, er sei früher auch schon mal – für längere Zeit sogar – in Brasilien gewesen. Er gibt uns folgenden Tipp mit auf den Weg: “Dort in Brasilien herrscht zuweilen sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Das heißt, man kann locker eine ganze Flasche Whisky am Tag trinken, ohne dass man es merkt. Die verfliegt einfach.”

Natürlich muss mein Arbeitskollege dann seinen Senf dazugeben:

“Wenn ich Dir einen Tipp geben darf: Probiere es einfach auch aus, Osvaldo, auf jeden Fall, das kriegst Du auch hin!” So weit noch ok. Aber dann ergänzt er und ich verstehe das einfach nicht, was er mit Folgendem sagen will: “Aber Du musst spätestens dann stutzig werden, Osvaldo, wenn plötzlich zahlreiche Copacabana-Schönheiten daherkommen und anfangen sollten, sich für dich zu interessieren …”

Pah! So einen blöden Kommentar hab’ ich ja noch nie gehört. Ist aber auch egal. Ich warte dann jedenfalls mal auf die Mädels.

Tipp ist Tipp.

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Tag 185 – Die 4 BRAsaars in Wikipedia

So, hab uns jetzt mal bei Wikipedia angekündigt. Hier der Screenshot:

Bildschirmfoto 2014-06-08 um 12.07.45

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Tag 184 – São Vendelino calling

Habe eben kurz mit der Bürgermeisterin aus São Vendelino, der brasilianischen Partnerstadt von St. Wendel, telefoniert. Ich hatte unseren Kumpel Jürgen Zimmer zufällig an der Strippe, als er sie gerade am Frankfurter Flughafen in Empfang nahm und sie mir am Handy weiterreichte.

Ich rief noch “Stopp, Jürgen, nicht! Ich bin noch nicht so weit mit meinen Portugiesisch-Künsten. Und es ist doch gar kein Dolmetscher da, der übersetzen könnte!”

War aber schon zu spät. “Bom Dia, Osvaldo!” meldete sich MARLÍ LOURDES OPPERMANN WEISSHEIMER, die Bürgermeisterin, “was schaffschde so?”

Stille.

War total verdattert. Die sprach besser saarländisch-platt als ich. Oha und Oh-lala!

Dann hab ich mein Mundwerk aber wieder gefunden und wir haben kurz geplaudert. Und abgemacht, dass wir uns am nächsten Sonntag zum Schwenken treffen.

Im Nachhinein ist es mir klar geworden: In diese Gegend um São Vendelino sind im 19. Jahrhundert zahlreiche Saarländer ausgewandert.

Es ist schon etwas Besonderes, dass die das Saarländisch immer noch sprechen.

Höchsten Respekt!

Bin gespannt, ob die auch so gut schwenken wie sie schwätzen. Aber das werden wir ja sehen …

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Tag 183 – “Zu Hause aus den Füßen”

Gut, dass ich wieder mal verreise. Habe heute alle möglichen Koffer auf dem Speicher gesucht – und bin fündig geworden. Nicht nur drei Koffer entdeckt, sondern teils sogar noch mit Inhalt. Habe längst vermisste Hosen und T-Shirts gesucht, die ich zum Teil schon wieder “nach”gekauft hatte.

Meine Frau kann das Thema Brasilien schon nicht mehr hören. Sie sagt mir, sie wünschte sich, ich wäre schon gestern gemeinsam mit unseren Jungs dorthin aufgebrochen. Dann wäre ich wenigstens “dehemm aus da Fieß”. Das hätte ich mir natürlich auch gewünscht. Unsere Jungs hätten da aber sicher gestaunt, wenn die 4 BRAsaars plötzlich auch im Flugzeug gesessen hätten.

“Dehemm aus da Fieß” (= ” Zu Hause aus den Füßen”) – das ist auch etwas typisch Saarländisches. Bedeutet etwa so viel wie “Gut, dass ich mal alleine zu Hause etwas erledigen kann, ohne dass ich gestört werde” (= aus Sicht desjenigen, der zu Hause bleibt). Und “Gut, dass ich mal allein mit Kumpels auf Tour gehen kann” (aus Sicht des anderen). Bei uns ist es meistens so, dass ich “der andere” bin. Das ist auch besser so.

Meine Frau meint sogar manchmal, ich solle erst gar nicht versuchen, ihr zu helfen. Würde bei all meinen gut gemeinten Bemühungen im Endeffekt doch mehr schief gehen als ich hinkriegen würde. Einmal hat sie aber ganz verdutzt geguckt, als ich ihr erwidert habe:

“Wenn ich Dir helfe, indem ich Dir nicht helfe, dann tue ich auch das.”

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Tag 182 Ergänzung – Reus immer noch raus – Volland immer noch nicht dabei

Ein Freund rief mich an. Weil ich doch den Blog hier schreibe. Ich hätte mich geirrt, meinte er. Der Reus sei zwar verletzt, aber nicht der Volland, sondern der Moustafi sei nachnominiert.

Na ja, wird schon gut gehen. Jetzt gilt erst recht – füreinander kämpfen, Jungs! Einer für alle, alle für einen.

So wie wir.

Die BILD-Saarland rief übrigens an. Sie wollen ein Foto. Von uns. Au Mann. Mal sehen, was wir uns so einfallen lassen (müssen) …

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Tag 182 – Reus raus – großer Mist

Großer Mist. Reus fällt für die WM aus. War eigentlich meine Hoffnung und Garant für ein gutes Abschneiden unserer Elf.

Gut, dass der Löw aber wenigstens den Volland nachnominiert hat. Der könnte was reißen anstelle von Reus.

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Tag 181 – Preisverleihung

So, heute fand in der Diskonto-Schenke in Saarbrücken die Preisverleihung statt. Wurde direkt eingelöst. Der Gewinner, meiner neuer Ex-Ex-Kollege, mit dem ich mich wieder vertrage, hat seinen Gutschein eingelöst.

Hier ein paar Aufnahmen (quasi schon als Institutionen zu bezeichnen): Die beiden freundlichen Damen von der Diskonto Schenke und …

Diskonto Schenke

… die Speisekarte (Ausschnitt) …

Diskonto Schenke Speisekarte

Wir haben uns beide “gut gelatzt”, wie man im Saarland so schön sagt.

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Tag 180 – And the winner is …

So, gestern Abend wurde der Sieger bestimmt, der Sieger für den Namen unseres Maskottchens (siehe Tag 153).

Nach dem “Fuleco” als Name für das offizielle WM-Maskottchen ja nicht so sonderlich gut einschlug, … Zitat aus www.stern.de:

Eigentlich haben es die Brasilianer mit ihrem Maskottchen für die bevorstehende Fußball-WM recht gut getroffen: Ein Kugelgürteltier, das sich, wenn Gefahr in Verzug ist, so in seinem Panzer zusammenrollt, dass es aussieht wie ein Ball – ein Fußball. Eine hervorragende Eigenschaft als Glücksbringer für das Event, muss sich der Biologe Rodrigo Castro gedacht haben. 2012 reichte er den Vorschlag mit Erfolg bei der Fifa ein und weil er ein Freund des Umweltschutzes ist, schuf er auch einen neuen Namen für das “Tatu Bola” – “Fuleco”, eine Mischung aus “futebol” (Fußball) und “ecologia” (Ökologie). Dumm nur: Das Wort hat bereits eine – eher unfeine – Bedeutung.

“Anus” und “Arsch” ist die umgangsprachliche Bedeutung von “Fuleco”, wie etwa im Slang-Wörterbuch “Urban Dictionary” vermerkt ist. Kein Wunder also, dass bei den Einheimischen die Freude über ihr Maskottchen getrübt ist – wer will seinen Kindern schon ein Plüschtier mit dem Namen eines Schimpfworts schenken.

… hört sich unserer ganz hervorragend an, wie ich finde. Gewonnen hat ausgerechnet der Arbeitskollege, der seinerzeit so jämmerlich von der Brasilien-Tour abgesprungen war. Wahrscheinlich wollte er jetzt wieder gut Wetter machen und hat seinen ganzen Hirnschmalz monatelang in Überlegungen zum Namen eingesetzt. Er scheint auf der Arbeit nicht ausgelastet. Vermutlich verkriecht er sich den lieben langen Tag in seinem Büro.

Nun gut. Der Name kann sich jedenfalls sehen und hören lassen. Hoffe, er hat nicht irgendwelche Nebenbedeutungen, die in den verschiedenen Dialektfallen im Saarland naturgemäß nicht vollkommen ausgeschlossen sind und quasi überall lauern. Könnte mir vorstellen, dass er in Schatterdriesch (ausgesprochen :”Schatterdriesch”; den Ort gibt’s wirklich, liegt nicht in Frankreich, sondern in der Gemeinde Schmelz) so etwas bedeutet wie … … wie “Gewwelbronzer” oder so.

Gewwelbronzer” wiederum bedeutet auf hoch-saarländisch in etwa: “Giebelbenässer”; auf saar-lor-luxisch in etwa: “Bepieseler der Wetterseite eines Hauses” und auf hochdeutsch in etwa: “Der, der der Tochter des Hausherrn den Hof macht, aber aufpassen muss, dass ihn dieser nicht erschlägt“) oder so.

Wir Saarländer reden eben nicht um den heißen Brei wie im übrigen Bundesgebiet, sondern bringen die Themen auf den Punkt. Direkt Butter bei die Fische.

Ganz vom Thema abgekommen jetzt. Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, der Name unseres Maskottchens. Der jedenfalls verbindet deutschen Teamgeist in Anlehnung an englische Wurzeln (“Brothers”) mit dem Ziel unserer Reise (BRAsilien) und uneingeschränkter Heimatverbundenheit (Saarland). So, und was kommt jetzt heraus, wenn man diese einzelnen Elemente zu einem Wort zusammenfügt?

Ganz klar:

Die 4 BRAsaars!

 Brasilien Fußball WM Maskottchen Saarland

So einfach ist die Welt. Werde diese Wortschöpfung dann mal – natürlich nicht im Namen meines Ex-Kollegen, sondern im eigenen Namen, denn mit dem Gewinn des ersten Preises gehen sämtliche Rechte an der Verwertung der Wortschöpfung an die 4 BRAsaars über, wie das bei Castingshows eben so üblich ist – an die Jury der “Gesellschaft für Deutsche Sprache” weiterleiten.

So, und jetzt muss ich meinen Ex-Kollegen informieren, dass er gewonnen hat: Ein  Aufenthalt in der Diskonto-Schenke in Saarbrücken. Da wird er Augen machen (wenn er kann).

Herzlichen Glückwunsch, Feilinho!

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Tag 179 – Gatschen, gerxen und gluntschen

Hab heute neue Schuhe geschickt bekommen. Hatte ich vor zig Wochen bestellt. Extra für die WM in Brasilien. Ursprünglich dachte ich, ich hätte sie in brasilianisch-gelb bestellt. Jetzt kamen die an und sind rot. Ist ja auch egal. Man soll eben nachts keine unnötigen Bestellungen übers Internet machen. Die Schuhe müssen überdies gut und gerne 2 Monate unterwegs gewesen sein. Konnte mich an die Bestellung nämlich eigentlich überhaupt gar nicht mehr erinnern.

So. Schuhe ausgepackt. Schnürsenkel gezurrt. Schuhe anprobiert. Vielmehr: Anprobieren wollen. Sind viel zu eng. Sind wohl um einiges eingegangen auf dem Weg von Hongkong hierher. Zwänge mich hinein. Nix. Ziehe die Schnürsenkel so weit es geht auseinander. Der Schuh sieht nun furchtbar aus. Probiere, den Fuß irgendwie reinzuquetschen. Klappt schließlich nach gefühlten 15 Minuten. Steht mir, der Schuh, denke ich ich. Muss mal ein Foto davon posten, sonst glaubt mir das keiner, wie schön sie sind.

Schuhe

Macht einen schlanken Fuß, denke ich, und freue mich. Und praktisch obendrein: Ist ja Winter in Brasilien, wenn wir da sind, hält schön warm.

Das Blöde ist nur: Die “gerxen” so, wenn man damit umherläuft (Saarländer wissen, was “gerxen” ist). Das ist nicht zu verwechseln mit “gatschen”. “Gatschen” beschreibt einen Zustand, wenn irgendeine Konstruktion “zu viel Spiel” hat. Zum Beispiel eine Schaukel, die hin und her “gatscht”, wenn die Standpfosten nicht fest genug installiert sind. Und wenn die Kleinen dann die gatschende Schaukel, die unter Umständen sogar gerxen kann, benutzen, dann “gluntschen” sie. Mann –  was man anhand neuer Schuhe alles erklären kann! Sowas gibt es eben nur im Saarland.

Genug mit den Schuhen rumhantiert. Ziehe sie wieder aus. Vielmehr: Will sie wieder ausziehen. Sitzen aber zu fest. Ruckele ein bisschen. Ruckele ein bisschen mehr. Lasse sich aber nicht ausziehen. Ziehe alle Schnürsenkel in den obersten drei Reihen bis an den äußersten Rand heraus. Hilft nix. Ziehe die Schnürsenkel von oben bis unten fast komplett heraus. Lockere den Schuh. Er steckt immer noch irgendwo fest. Bitte meine Frau um Hilfe. Ein Ruck – und da ist er schon! Na, wer sagst denn.

Plötzlich kommen mir Bedenken wegen Michels famosen Trick vom Tag zuvor. Wie um Himmels willen soll ich es alleine schaffen – bei den engen Schuhen – an mein Bargeld zu kommen, das ich aus Sicherheitsgründen und zum Schutz vor Verbrechern in meinen Schuhen bzw. sogar in meinen Strümpfen verstecken will, um eine Limo am Strand zu kaufen?

Und gar nicht auszudenken, wenn es zu einem unerwünschten Zwischenfall kommt: Wie soll ich reagieren bei einem Überfall, wenn es heißt: “Hände hoch, das ist ein Überfall, geben Sie mir all Ihr Bargeld. Aber sofort!” Soll ich dann etwa sagen “Machen Sie jetzt keinen so Stress, ich brauche noch 15 Minuten, bis ich meine Schuhe aus hab’.” oder “Jetzt mal halb lang, lieber Herr Räuber, gut Ding braucht Weile.”?

Eiieiei. Ich seh schon. Die Schuhe bleiben zu Hause. Oder das Bargeld.

Zum Abschluss noch was Erfreuliches:

Habe heute Abend das Schwenkbratengewürz ausprobiert, das ich vor ein paar Tagen gekauft hatte. Klasse-Sache, schmeckt wirklich vorzüglich! Der Schwenkbraten auf dem Bild in der Mitte ist es. Severine, unsere Französisch-Austauschlehrerin, die gerade bei uns logiert, ist auch begeistert.

Schwenkbraten Gewürz

 

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Tag 178 – “Pecunia doch olet”

Der Michel hatte jetzt eine prima Idee:

Er macht sich etwas Sorgen um die Sicherheitslage in unseren WM-Spielorten und um die vielen Überfälle und so. Er meinte, wir könnten das Bargeld, das wir nach Brasilien mitnehmen müssen, doch in die Schuhe stopfen. Notfalls sogar in die Strümpfe. Da wäre unsere Reisekasse  gut aufgehoben.

Ich sehe uns jetzt schon in meinem geistigen Auge vor mir, wie wir an der Copacabana rumschlawenzeln und jedes Mal, wenn wir an den Ständen etwas schlumpsen wollen, zieht einer nach dem anderen von uns seine Schuhe aus und anschließend seine Socken, um zu bezahlen. Au Mann. Das hätte zwar was, da auch andere Gäste an der Copacabana “blank” ziehen, aber bei denen sieht das irgendwie besser aus. Sicher ist das Rezept von Michel zudem auch nicht. Irgendwann würden wir bestimmt bei den Räubern Aufsehen erregen. Die würden uns dann beim Heimgehen irgendwo auflauern und rufen: “Sapatos decolar! Não se esqueça as meias! (“Schuhe ausziehen! Und die Stümpfe nicht vergessen!”).

Michel meint, das solle ich aber auf gar keinen Fall hier im Blog schreiben. Das wäre ja eine Anleitung, um uns sicher überfallen zu können. Dann würden die Verbrecher das alles lesen und wir wären als Opfer gleich an unserem wackeligen Gang erkennbar. Wegen der vielen Münzen in den Schuhen und so.

Wobei die Räuber noch gar nicht wissen, … wie die Füße von Michel … sagen wir mal … so anders riechen. Das sind keine normalen Füße bei ihm, nein nein. Deswegen fühlt er sich ja so sicher, wenn er das Bargeld in seine Strümpfe stopft. Das ist schon die Extremstufe bei ihm. Und dann heißt es immer “pecunia non olet!” (“Geld stinkt nicht”).

Vonwegen! kann ich da nur sagen. Am Ende bleibt jedenfalls:

“Pecunia doch olet!”

 

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Tag 177 – Gute Nacht, ihr Enten.

Mehrere Meldungen heute, bei der Vergabe der FIFA-WM 2022 nach Katar sei eventuell “geschoben” worden.

Ach was! Da wär jetzt echt keiner drauf gekommen, selbst ich nicht.

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass es bei der FIFA viele, vielleicht sogar nur schwarze Schafe gibt. Obwohl:

“Unter den schwarzen Schafen ist das weiße Schaf das schwarze Schaf.”

Wenn es jetzt bei der FIFA nur schwarze Schafe gibt, und … sagen wir mal, der Blatter sei das einzige weiße Schaf in dieser Herde. Dann wäre der Blatter am Ende doch das schwarze Schaf. Dumm gelaufen.

Mein Arbeitskollege würde jetzt noch ergänzen (das sagt er immer, wenn er etwas nicht so genau weiß und vom Thema ablenken will; der Spruch kommt dann total verwirrend, nachher weiß man gar nicht mehr, über was man eigentlich gesprochen hat):

“Es ist egal, ob man im Gehen einen fahren lässt oder im Fahren einen gehen lässt. Es ist aber nicht egal, ob man im Stehen einen sitzen hat oder im Sitzen einen stehen hat.”

So ungefähr muss das auch bei der FIFA sein. Jeder weiß was von den Schiebereien, aber keiner sagt etwas. Jeder hat nur mal was hie und da gehört. Total kein Unschuldsbewusstsein. Denken sich nichts dabei. Aber: Woher sollen die auch wissen, was sie denken, bevor sie gehört haben, was sie sagen?

Au Mann. In diesem Zusammenhang denke ich: Was kann ein Tag noch bringen, der mit dem Aufstehen anfängt.

Gute Nacht, Ihr Enten.

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Tag 176 – Pippi Langstrumpf die Erfinderin des Mückenschutzmittels?

Es ist zwar Winter in Brasilien, wenn dort die WM stattfindet. Aber Stechmücken soll es trotzdem geben. Fortaleza ist eben ziemlich nah am Äquator, da zieht’s die Stechmücken hin. Ist bei uns in Deutschland zum Glück anders. Nicht auszudenken, wenn man beim Après-Ski nicht nur mit Hummeln in der Hose, sondern auch noch mit Stechmücken zu kämpfen hätte. Egal.

Ein Bekannter hat uns als Mückenschutzmittel jedenfalls etwas empfohlen, was mich dazu veranlasste, mehrfach nachzufragen: “Anti-Brumm Forte” wiederholte er gebetsmühlenartig.

Aber jetzt mal unter uns: Kann ein Mittelchen mit so einem Namen tatsächlich seriös vor Stechmücken schützen? “Anti-Brumm Forte”! Na ja, wir werden sehen. Norbert hat gesagt, wie dem auch sei, er will einfach mal ein paar Liter von dem Zeugs kaufen gehen.

Erinnert mich irgendwie an Pippi Langstrumpf. Da gab’s in einer Sendung mal “Konrad’s Spezialkleber”, mit dem konnte man die Wand hochkrabbeln.

“Anti-Brumm Forte” könnte durchaus auch von Pippi Langstrumpf stammen.

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Tag 175 – Dulce Maria’s Tochter

Eine Mail aus Brasilien kommt an. An Michel. Von seiner Verwandtschaft. Leider auf Portugiesisch. Michel schickt ihn mir zum Übersetzen, weil er weiß, dass ich gut am  Portugiesisch-Lernen bin. Der Text liegt dann vor mir. Fühle mich, als hätte ich alles mühsam Erlernte wieder vergessen. Nein, ich fühle mich nicht nur so. Es ist tatsächlich so. Alles weg. Gut, so viel war es ja noch nicht, aber trotzdem: weg. Mist. Aber wozu gibt es denn Übersetzer im Internet? Ha!

Folgendes wird als Übersetzung ausgeworfen:

“Guten Tag Michel

Ich heiße Salette und bin die Tochter von Dulce Maria. Ich frage mich, wenn möglich, den genauen Tag und Uhrzeit der kommen der Sie nach Porto Alegre. Mae’ll meinem Geburtstag in den kommenden Monaten sein, und wird vermutlich auch einen Grill tun, wenn ihr Jungs hier sind, weil dann können wir unsere Familie (Dulce) und Familie Tante Estancia Velha Nelci sammeln, um Sie zu treffen.
Wusste, dass Lust auf Rasen zu erfüllen. Wenn es ein Samstag oder Sonntag, ich kann sie bis zu ihr zu nehmen. Oder sind Sie nur tun lieber allein gehen, aber daran erinnern, dass die brasilianischen Straßen sind sehr schlecht.”

Boah. Das hilft mir jetzt nicht zwingend weiter. Und wenn Michel das liest, dann weiß er, dass ich in Wirklichkeit gar kein Portugiesisch kann. Mann. In etwa versteht man ja, was das heißt, aber genau? Wie soll Michel jetzt darauf antworten? Er will seine Verwandten ja nicht schon “vergräätzen”, bevor wir überhaupt da sind. Pffft. … … Er grübelt wirklich lange, als ich ihm die Übersetzung schicke (er merkt sofort, dass das nicht von mir stammt).

Nach langem Überlegen schreibt er ihr folgendes zurück: “Danke für die Einladung. Gerne nehmen wir sie an.”

Wir hoffen, dass da noch mehr Details in der nächsten Mail von Dulce Maria’s Tochter kommen. Erstmal haben wir Zeit gewonnen. Vielleicht findet sich ja jemand, der Portugiesisch besser übersetzen kann als die Internet-Übersetzer?

Da fällt mir spontan ein: Der Landrat aus dem Landkreis St. Wendel, der kann Portugiesisch. Das hab ich mal erlebt. Astreines Portugiesisch.

Vielleicht sollte Michel den mal fragen.

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Tag 174 – Schwächelung

Au Mann. Einer unserer Mitfahrer schwächelt. Ich kann leider nicht sagen, wer. Ein altes Leiden ist wieder aufgebrochen. Hoffentlich bleibt er fit. In seinem eigenen Interesse.

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Tag 173 – Catweazle

Sage meiner Frau, dass ich mir noch vor der Reise “eine brasilianische Frisur” schneiden lassen will. Sie meinte, das sei in Ordnung, derzeit laufe ich ja eher wie rum “Catweazle”.

Googele im Internet, um herauszufinden, was sie damit meint.

Au Mann. Hab Bilder zu Catweazle gefunden. Jetzt weiß ich, was sie meint.

Schreibe mir auf: “Zum Friseur gehen – dringend!”

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Tag 172 – Tickethuddel

Unser Vermieter hat die 4 Ghana-Tickets genommen. Gut so. Müssen wir auch weniger Bargeld nach Brasilien mitnehmen und können mit dem offenen Restbetrag für die Wohnung aufrechnen.

Den Niersbach habe ich auch nochmal angerufen. Er lässt sich nach wie vor verleugnen. Nicht schlimm. Die nette Dame erläuterte mir aber, dass die Voucher (gemeint sind damit wohl die Gutscheine) für das Achtel- und das Viertelfinale noch nicht versandt worden sind und es sei auch noch nicht absehbar, wann die verschickt werden, und wenn sie bis zum Beginn der WM noch nicht vorliegen würden, dann würde sich der Herr Niersbach vom DFB etwas einfallen lassen, damit die Fans doch noch an ihre bereits bezahlten Tickets kommen. Aha.

Das hilft uns jetzt nicht weiter. Also nochmal Vermieter kontaktieren, ob er sich vorstellen könnte, von uns Optionsscheine auf mögliche Voucher , die wir eventuell noch vor der WM erhalten, im Voraus zu erwerben, und das in Unkenntnis der Partien, die dann stattfinden. Das macht der niemals mit, denke ich noch, als ich ihm eine Mail schreibe.

Kurze Zeit später ist das Ok vom Vermieter da. Wow! Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Das macht mich dann aber auch stutzig … Werde ihm vorschlagen, dass wir bei unserer Ankunft in Fortaleza darüber verhandeln und konkret was abmachen.

Das Ticketproblem scheinen wir so langsam in den Griff zu bekommen.

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Tag 171 – Licht und Schatten

Endlich! Herr Niersbach hat die Tickets für das Ghana-Spiel geschickt. Jetzt fehlen aber immer noch die für das Achtel- und Viertelfinale. Werde ihn morgen nochmal anrufen. Hoffe, er hat sie nicht verzottelt. Oder sonstwie verzockt.

So, jetzt haben wir die Karten für das Ghana-Spiel also doppelt. Sind ja mehrgleisig gefahren, um auf Nummer sicher zu gehen. Was tun damit? Erstmal haben wir geschaut, für  welchen Stadionbereich die Tickets der 1. Kategorie sind. Die einen Plätze sind etwa in Höhe der Eckfahne (die FIFA-Tickets), die anderen ziemlich zentral an der Mittellinie. Wir entscheiden uns für die Mittellinie. Das sind die DFB-Tickets. Wir hoffen, dass wir damit mitten im deutschen Fanblock sind.

Die anderen wollen wir also verkaufen. Ein Blick ins Internet und … EINE KATASTROPHE! Die Tickets haben uns pro Stück rd. 130,- € gekostet. Bei Viagogo gibt es sie bereits ab 50,- €. Wahnsinn, wie schon vermutet, nach Brasilien will keiner. Überangebot eben. Die Gebühren bei Viagogo sind außerdem vergleichsweise ziemlich hoch. Ich vermute mal, dass wir noch so ca. 25 Euro pro Person … … nicht rausbekommen, nein, noch zusätzlich berappen müssten, wenn wir sie für 50,- € verkaufen würden. Nee nee, das machen wir nicht.

Wie siehts bei Ebay aus? Da sind sie deutlich teurer. Aber: Es bietet auch niemand.

Wir einigen uns drauf, die Tickets erst einmal unserem Vermieter in Fortaleza anzubieten. Schicke gleich eine Mail los. Mal sehen, was er meint.

Bei dieser Gelegenheit frage ich ihn dann auch gleich, wie wir ihn am Flughafen erkennen. Ich schlage vor, dass er ein Schild anfertigen lässt. “OSVALDO” soll draufstehen.

Mal seh’n, ob er’s macht.

Entweder das läuft jetzt richtig gut mit unsrem Vermieter, oder … wahrscheinlich brennt unsere Hütte gleich ab und er vermietet sie weiter an noch seriösere Gentlemen als uns.

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Tag 170 – Meine Frau hat recht!

Habe mir heute neue Boxershorts gekauft. Natürlich mit Bezug zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Mir gefallen die Teile so gut, dass ich am liebsten davon ein Foto in voller Montur hier in den Blog einstellen würde.

Meine Frau hat das komischerweise befürwortet. Das hat mich irgendwie stutzig gemacht.

Ich hab sie dann ausgequetscht. Nach den Gründen gefragt und so. Ist ja wichtig für mich, warum ich mich und meine Shorts nicht mal im Internet präsentieren sollte. An der Copacabana läuft man schließlich ja auch nicht mit dem Anzug.

Nach einigem Rumdrucksen ist sie dann mit der Sprache raus gerückt: “Es könne ruhig jeder einmal sehen, das Elend.”

Ich war dann erst mal perplex. Im nächsten Moment aber schon wieder total tatendurstig. “Grad selääds” rufe ich kurz und verschwinde ins Badezimmer. Räkele mich kurz, aber ausgiebig, und professionell natürlich, wie die in Brasilien. Und mache mich bereit fürs Foto.

Plötzlich stockte mir der Atem. Ich hielt inne. Hielt immer noch inne. Immer noch. Jetzt wusste ich, was meine Frau meinte. Nein, das geht auf gar keinen Fall. Ich kann das Elend hier im Blog nicht zeigen.

Definitiv nicht.

Manchmal denke ich: Was meine Frau mit mir alles durchmacht …

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Tag 169 – Das geht nicht gut aus – (fast) einig mit meiner Frau!

Abends im Garten erörtern wir (meine Frau und ich) die Tipps für den kommenden Weltmeister. Ich tippe ja auf Spanien. Alternativ auf Portugal. Als Zweitplatzierte natürlich, hinter unseren Jungs. Wir werden Weltmeister, ist ja klar.

Meine Frau ruft mir dann während des Unkrautzupfens zu, dass sie das genauso sieht. “Ja, ja! Spanien wird Weltmeister. Oder Portugal. Die haben doch den Ronaldo. Der sieht echt verdammt gut aus!”

Boah. Hätte nur noch gefehlt, dass sie fragt, was der Ronaldo beruflich macht.

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Tag 168 – Herr Niersbach macht mich ganz unruhig

Der Michel hat einen Teil unserer Tickets jetzt schon seit 3 Wochen. Die haben wir über die FIFA erhalten. War ganz einfach. Nach Brasilien will eben so gut wie keiner.

Jetzt fehlen aber noch die Tickets vom DFB. Schon seit Tagen laufe ich unruhig Hin und Her. Michel und Norbert haben auch schon nachgefragt. Kann nachts kaum noch schlafen.  Mann.

Fasse mir dann ein Herz und rufe bei der DFB-Zentrale in Frankfurt an. Bin schließlich Kunde. Haben die Karten schon seit Monaten bezahlt und … immer noch nix. Die FIFA ist da schneller. Warum weiß der Geier.

“Hallo! Ja, hier ist einer ihrer Kunden. Ist Ihr Herr Niersbach zu sprechen?” … … “Um was es geht? .. Na, um die unsere Tickets für die WM natürlich. Der hat mir vor ein paar Monaten doch geschrieben, dass er sie mir zuschicken will. Kommt aber nix.” … … “Ahh … ok … Sie können also auch weiterhelfen? Gut … Ok … Bis spätestens Mittwoch also? Ja? Ok, so lange halte ich es noch aus. Vielen Dank!”

So, dann bin ich jetzt aber mal gespannt. Bis am Mittwoch sollen sie spätestens da sein.

Und wenn nicht?

Bei der Heimfahrt von der Arbeit treffe ich zufällig Norbert an einer Kreuzung bei uns im Ort. Im Vorbeifahren rufe ich ihm durchs geöffnete Fenster (er fährt Cabrio) zu, dass er gerne noch vorbeikommen könne, wenn er Lust und Zeit habe. Er macht umgehend kehrt und folgt mir. Zu Hause schmieden wir die Pläne fort. Er erzählt, dass er ein riesiges Fan-Paket einer im Saarland bekannten, aber dort nicht ansässigen Brauerei erstanden habe. Ob das gut geht?

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Tag 167 – Schwenkbratengewürz zugelegt

Muss meine Frau auch mal loben. Heute Morgen hat sie mich gestoppt, als ich auf die Arbeit wollte. Hatte versehentlich das Deutschland-Trikot an. Wär bestimmt nicht solo gut angekommen auf der Arbeit …

Irgendetwas führt sie im Schilde, denke ich mir. Sie ist in letzter Zeit immer so nett zu mir.

Egal.

Über Tag habe ich dann noch Zeit gefunden und mich endlich mal um das Schwenkbratengewürz gekümmert. Hab’ die Verkäuferin in der Karstadtpassage gefragt, für wie viele Schwenker denn eine Packung reicht. 125 g pro Packung, ist ja nicht viel. Sie wusste es auch nicht so genau. Wir haben uns dann aber hingestellt, und gemeinsam genau überlegt, und uns miteinander vorgestellt, dass wenn man jeden einzelnen Schwenker nacheinander in die Hand nimmt, zuerst etwas dagegen klopft, dann so 5 bis 6-Mal wenden, und abschließend noch einmal mit etwas Nachdruck gut ins Gewürz eintunken würde, … ja dann könnte das reichen für … für etwa 5 bis 7 Schwenker. Jaja. Da waren wir uns dann nach einer Viertelstunde auch einig. Das ist besser als nix, überlege ich.

Hab’ dann mal 4 Packungen gekauft. Mal sehen, wie weit wir damit in Brasilien kommen.

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Tag 166 – Beunruhigt wegen einer nicht ausgesprochenen Reisewarnung

Eieiei. Meine Frau sagte mir, heute sei im Radio gemeldet worden, dass es für Brasilien keine Reisewarnung gibt.

Das ist ziemlich beunruhigend: Für die Nordsee und die Dolomiten gibt es auch keine Reisewarnung. Das wurde aber nicht extra gemeldet. Eieiei.

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Tag 165 – wichtige Sätze auf Portugiesisch

Mit Schwung in den neuen Tag hinein! Packe gleich um kurz vor 6 und schon vor der Arbeit meine Brasilianisch-Sachen aus, will ja doch noch mehr lernen als das “Oi” (“Hallo”). Mache eine Liste, welche Ausdrücke in Brasilien vorteilhaft sein könnten, wenn wir dort unterwegs sind.

Als erstes steht da:

“Sou treinador de golfinhos.” – “Ich bin ein Delphin-Trainer.” Damit machen wir uns erstmal interessant.

“O teu sotaque e muito atraente … O que e que achas do meu?” – “Dein Akzent ist sehr anziehend … Wie gefällt Dir meiner?” Die haben in Brasilien alle irgendeinen Akzent, abhängig von der Gegend. Wie bei uns eben, im Saarland. Der gemeinsame Akzent verbündet uns erstmal.

“Importarias de dar uma vista ao meu material por um bocado?” – “Würde es Dir was ausmachen, für einen Moment auf mein Zeug aufzupassen?” Denke, das schafft erstmal Vertrauen.

“Muito obrigado … E muito amável e giro.” – “Danke … Du bist sehr nett und richtig hübsch.” Das sage ich dann, wenn das Zeug nach unserer Rückkehr noch da sein sollte.

“Importaste tirar uma foto nossa?” – “Würde es Dir was ausmachen, ein Foto von uns zu machen?” Zur Erinnerung kann das nix schaden. Meine Frau soll sehen, dass ich tatsächlich in Brasilien war.

“Agora deixa-me tirar-te uma foto!” – “Nun lass mich eines von Dir machen!” Meine Frau soll aber nicht alles sehen.

“Eras modelo antes nao eras?” – “Du hast doch bestimmt schon mal gemodelt, oder?” Das kann man in Brasilien ruhig sagen, ohne genau hinzugucken. Die sind dort alle Models.

“Sou instructor de ski.” – “Ich bin Skilehrer.” Damit kann ich die in Brasilien bestimmt beeindrucken! Lässt sich auch gut merken.

Alternativ könnte ich auch sagen: “Estas seguro comigo … no neu pais sou salva-vidas.” – “Mit mir bist Du hier sicher … In meinem Land bin ich ein Lebensretter.”

“Nunca tive uma namorada do teu pais.” – “Ich habe noch nie eine Freundin aus deinem Land gehabt.” Das stimmt!

“Estas aqui para conhecer um homem simpático ou sirvo eu?” – “Bist Du hier, um einen netten Typen zu treffen, oder reiche ich auch?” Man sollte sich selbst stets richtig einschätzen und immer authentisch bleiben.

“Ok, agora estou pronto. Beija-me.” – “Ok, ich bin jetzt bereit, küss mich.” Das darf ich auf gar keinen Fall sagen, das bringt sicher Ärger mit meiner Frau.

Muss das streichen und stattdessen sagen: “Sou gay.” – “Ich bin homosexuell.” Damit bin ich auf der sicheren Seite.

So langsam macht mir Portugiesisch-Lernen Spaß.

So, jetzt aber schnell auf die Arbeit. Die meinen sonst immer, ich sei die Mittagsschicht.

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Tag 164 – Probleme auf hohem Niveau

So, in 4 Wochen geht’s los.

Michel, der Zuverlässige, hat mal einen Plan ausgeheckt, was wir wann wo angehen wollen:

18.06. Abflug ab Frankfurt
19.06. Ankunft Fortaleza (über Sao Paulo) – Reisedauer insgesamt 23 Stunden
20.06. in Fortaleza umherstreifen (und nach Möglichkeit passive Morde vermeiden)
21.06. Fortaleza: Deutschland gegen Ghana
22.06. Fortaleza (möglicherweise Initiierung eines Flash-Mobs; Thema noch offen)
23.06. Abflug Fortaleza nach Porto Alegre (über Salvador de Bahia und Curitiba), falls wir tags zuvor nicht festgesetzt worden sind)
24.06. Porto Alegre
25.06. Porto Alegre: Argentinien gegen Nigeria. Wir probieren, ins Stadion zu kommen.
26.06. Abfahrt mit einem Leihwagen von Porto Alegre nach Sao Vendelino; Treffen mit Verwandten von Michel (Leandro Recktenwald); Fußball Deutschland – USA
27.06. Sao Vendelino und Umgebung, ggf. Besichtigung Urwaldbrauerei
28.06. Weiterfahrt in die Gegend von Gramado; eingeladen zum Mittagessen bei Mali Vier; es kommen wohl noch einige andere Nachfahren aus Alsweiler. Übernachtung im Hotel oder so.
29.06. Rückfahrt nach Porto Alegre; es ist unterwegs noch ein Besuch geplant bei Adele
30.06. Achtelfinale. Tipp: Deutschland – Russland
31.06. Porto Alegre: Zeit totschlagen
01.07. Porto Alegre: Zeit totschlagen
02.07. Abflug von Porto Alegre nach Rio; Ankunft gegen Mittag
03.07. Rio, Besuch bei Jesus
04.07. Viertelfinale: Tipp: Deutschland – Schweiz
05.07. Rückflug von Rio nach Frankfurt
06.07. Ankunft

Das mit dem Achtelfinale und dem Viertelfinale macht uns etwas Kummer. Wir haben Tickets, das ist das Gute. Das möglicherweise Schlechte: Wird Deutschland nicht Gruppenerster, sondern nur Gruppenzweiter, dann haben wir zwar Tickets. Aber an dem Ort, wo die Deutschen dann spielen, sind wir nicht. … Mmmmhhhhh.

Dann hätten wir Probleme auf hohem Niveau: Wir hätten Tickets, mit denen wir aber nix mit anfangen könnten. Gezahlt sind die schon. Aber wie innerhalb Brasilien von Porto Alegre nach Salvador de Bahia (dort findet das Achtelfinale statt, wenn wir nur Gruppenzweiter werden) die Tickets versenden, und das innerhalb von 3 Tagen, und vor allem: an wen?

Das Gleiche gilt für das Viertelfinale: Wir hätten Tickets. Aber: Sind wir nur Gruppenzweiter geworden, dann findet das Spiel in Brasilia statt. Und wir sind in Rio. Und Brasilia ist von Rio ziemlich weit weg, das ist schon etwas weiter als von Schalke nach Dortmund. Vielleicht bleiben wir sogar auf unseren Viertelfinal-Tickets sitzen, wer weiß.

Na ja. Wir werden sehen.

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Tag 163 – Das etwas andere Sicherheitskonzept

So nach und nach sammeln sich einige Fan-Artikel bei uns an. Wir wollen ja schließlich nicht unerkannt bleiben in Brasilien.

Am “Tag 148” hatte ich bereits angedeutet, dass ich eine Antithese vertrete zu den ganzen Sicherheitshinweisen, die im Netz so kursieren. Meistens heißt es: “Auf gar keinen Fall auffallen!” — “So kleiden wie die Einheimischen!” — und so weiter.

Das geht natürlich gar nicht. Da fehlen als gut gemeinte Ratschläge nur noch:

– “Ihr müsst so reden wie die Einheimischen!” (Klar doch!) oder

– “Holt Euch nicht mehr mit wie nur ein Handtuch! Dann könnt Ihr auch nix geklaut bekommen. Und selbst das Handtuch ist nach dem Schwimmen weg!”

Hallo!??? Geht’s noch? Es ist Winter, wenn wir dort sind. WINTER!!!

Gut gemeint ist eben nicht gut gemacht.

Wir machen das anders.

Da wir ohnehin auffallen (können kein Wort Brasilianisch außer “Oi” = “Hallo”, was uns bei einem Überfall aber nicht zwingend weiterhelfen wird) und wir wahrscheinlich immer mit irgendeiner aufgefalteten DIN-A-3-Landkarte vor uns herlaufen, gilt für uns das Prinzip:

Voll aufmotzen statt als Mauerblümchen rumlaufen. Und wenn ich sage “voll”, dann meine ich das auch so. Von Kopf bis Fuß und wieder zurück von Fuß bis Kopf muss man von hunderten von Metern erkennen, dass wir Fans aus Deutschland sind. Voll aufgerödelt daherkommen, das ist unsere Devise. Die potentiellen Räuber denken dann bestimmt, es handelt sich um eine Falle. Und sehen von einem Überfall ab. 

Ja, ja, so werden wir die Überfälle zu umgehen versuchen. Sollte an einem Tag jedoch wider Erwarten mal kein Eintrag hier im Blog zu finden sein, dann … ist unsere Taktik wahrscheinlich eben mal nicht aufgegangen. Kann auch passieren. Wird schon gut gehen. Habe schließlich an dem Sicherheitskonzept lange gefeilt.

Und um sicher zu gehen, dass man auch von Sicherheitskräften nicht attackiert wird, halten wir immer ein paar Real bereit. So umgerechnet für 20 €. Man darf aber nicht zuerst bestechen. Sonst könnten sich die Polizisten beleidigt fühlen. Nein, man muss warten, bis man aufgefordert wird zu bestechen. Erst dann darf man etwas Kleingeld zustecken. Habe ich mal irgendwo gelesen.

Bin jetzt vom Thema ganz abgekommen. Wo waren wir stehen geblieben? Mann. Man könnte meinen, meine Frau sei in der Nähe, so durcheinander bin ich jetzt bei dem ganzen Sicherheitsgedusel.

Ach ja, Fanartikel. Hier mal eine unseren Mützen. Freuen uns schon sehr darauf, sie zu tragen. Ist etwas Besonderes, finde ich. Mal was neues auf dem Fan-Markt. Kurz ein “Nick ins Genick”, und schon sieht man, aus welchem Land wir kommen.

Hier ein Foto (natürlich von unserem Lieblings-Fan-Artikel-Verkäufer, dem “Racheshop” – Link siehe rechte Seite oben – “Die coolsten WM-Fanartikel!”):

Fan-Mütze

 Fan-Mütze-2

So ungefähr stelle ich mir übrigens unsere Bianca S. vor, über die wir vorgestern berichteten – warum meldet sie sich nur nicht bei uns …?

 

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Tag 162 – Maßlos enttäuscht von Olli Kahn

Den Olli Kahn hab ich bis jetzt immer “gemögt”, wie meine kleine Tochter sagen würde. Jetzt habe ich aber gesehen, dass er Werbung für eine private Sportwettenfirma macht.

Habe mal mitbekommen, was es heißt, wenn jemand spielsüchtig ist. Wie die Familie betroffen ist, wie die Familie leidet, die Eltern, die Partnerin. Heimtückisch, so eine Spielsucht. Wenn man alkoholabhängig ist, oft besoffen ist, dann sieht man das wenigstens. Ebenso, wenn man drogenabhängig ist. Da erkennt man die Leute, dass die krank sind.

Aber ein Spielsüchtiger? Dem sieht man nix an, absolut gar nix. Das ist richtig schlimm. Sorry, dass ich heute so ernst schreibe, so ernst schreiben muss.

Ist jemand spielsüchtig, geht oft das ganze Umfeld mit kaputt. Nach und nach. Bis irgendwann alle sozialen Kontakte abgebrochen sind, mit der Zeit “verlottert” ein Spielsüchtiger regelrecht – er pflegt sich immer weniger, in jeder Beziehung. Schlimm sowas. Diese Menschen sind letztlich hilflos und im wahrsten Sinne des Wortes mit der zeit “arm dran”. Nicht nur, dass das ganze Geld mit der Zeit fortgeht, oder das gemeinsam mit der Partnerin angesparte Vermögen verspielt wird, Schulden gemacht werden, bis absolut nix mehr geht. Die Familie auseinander fällt. Es einem den Boden unter den Füßen wegzieht. Das Leben einem aus den Fingern gleitet.

Und wenn ich dann sehe,

dass ein reicher und intelligenter Mann, wie ich Olli Kahn einschätze, Werbung macht für solche Unternehmen, die die Spielsucht fördern und Menschen ins Verderben treiben,

dann wird mir richtig schlecht.

 

 

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Tag 161 – Auf der Suche nach Bianca S.

Auf der Arbeit. Wir Männer palavern, halbverschlafen noch, über Gott und die Welt, natürlich auch Fußball. Eine Kollegin kommt hinzu und erzählt, dass sie eine Freundin habe, die sei Deutsch-Brasilianerin. Kriege ich so am Rande mit. Man hat seine Ohren halt überall. Das hat mich aber erstmal nicht interessiert. Und die fährt angeblich auch zur WM nach Brasilien. Das hat mich auch nicht richtig interessiert. Sie habe eine Schaumnase und sei lesbisch. Auch das hat mich nicht wirklich interessiert. Habe auch nicht so genau hingehört. Mir doch egal.

Bei näherem Nachdenken … habe ich mich dann … aber doch gefragt, wie denn so eine Schaumnase wohl aussieht.  Ich habe dann mal nachgehakt. Ganz unauffällig. So wie Männer das eben tun. Die Kollegin hat dann große Augen gemacht und mich verbessert: “Von wegen Schaumnase – sie hat Traummaße und ist ledig!” heißt es jetzt auf einmal. Bin plötzlich hellwach. Traummaße und ledig! “Wie sind denn ihre Traumm… ähhh … ich meine, wie heißt denn Deine Freundin?”, frage ich sie. – “Bianca. Bianca S.” Noch näher wollte ich dann doch nicht mehr fragen. Mehr wollte die Kollegin auch nicht rausrücken.

Ich schicke sofort über WhatsApp eine Nachricht an die Kumpels. “Die müssen wir jetzt ausfindig machen, die Bianca. Das ist die saarländische Antwort auf alle Brasilianerinnen!” Meine Kumpels – zwei davon ledig – horchen auf.

So, und nun sind wir hier an einer Stelle, wo ich alle Saarländer und Saarländerinnen um Mithilfe bitte:

Wer um Himmels kennt eine Bianca S. aus dem Saarland, die Halb-Brasilianerin ist und zur WM nach Brasilien reist. Sie ist ledig und verfügt über dolle … ach Quatsch, nicht wichtig, … verfügt über zwei Prädikatsexamen eben. Über sachdienliche Hinweise freuen wir uns. Ich nehme an, auch jede Polizeidienststelle nimmt sachdienliche Hinweise entgegen. Ist ja immerhin so etwas wie eine Vermisstenmeldung.

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Tag 160 – Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wird eingeschaltet

Heute hat sich viel getan:

Zunächst das Erfreuliche: Die Voucher (Gutscheine) für unser Hotel in Rio sind per Mail zugeschickt worden. Es geht voran! Ein Wermutstropfen: Check-In ist frühestens erst ab 18 Uhr möglich – bis dahin sind wir wahrscheinlich schon dreimal ausgeraubt worden.

Ein Teil der Tickets ist auch angekommen: Unser Spiel gegen Ghana ist gesichert. Aber wo bleiben die anderen Tickets?

Das Unerfreuliche: Mein Betriebsrat hat nicht mitgespielt. Hat gemeint, dass ich das ganze Gefüge durcheinander bringen würde, wenn ich jeden Tag erst ab 13 Uhr zur Arbeit komme. Und das sollen meine Vertreter im Betriebsrat sein? Schon an der ersten Hürde ist mein Plan gescheitert. Und die hab ich auch noch gewählt!

Na ja. Das nächste Mal mache ich eine eigene Liste für die Betriebsratswahlen. Habe auch hier schon einen Plan ausgeheckt und ein Programm im Hinterkopf. Auf die Idee brachte mich heute Morgen der Aufmacher auf der Titelseite der Saarbrücker Zeitung. “Menschen in Deutschland werden immer älter” stand da in großen Lettern. Schaut man genau hin, ist eine große Ungerechtigkeit festzustellen: Männer werden durchschnittlich 78 Jahre alt, Frauen 83. Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit! Mein Plan sieht so aus: Wir haben einen leichten Männerüberschuss bei uns im Betrieb. Wenn die Männer eine eigene Liste machen, und nur die Männer, und wir uns alle gegenseitig wählen, dann haben wir dir Mehrheit, dann drehen wir das Ruder rum. Dann machen wir mal richtig Politik für die Beschäftigten. Dann kann die WM 2018 in Russland kommen, sage ich!

Ach ja, wie mein Plan aussieht? Ganz einfach. Die 5 Jahre, die Frauen länger leben, dürfen Männer früher in Rente. So einfach ist das. Und sozial gerecht. Sollten die Frauen dagegen sein, dann könnten wir alternativ die Frauen auch länger arbeiten lassen. Die Männer also bis 67, die Frauen bis 72. Geht auch. Und schon ist die Ungerechtigkeit ausgeglichen.

Wo heute in allen Lebensbereichen alles Mögliche gleich gemacht wird, was eigentlich ungleich ist, da sollte man auch mal an diesen Bereich denken. Ich überlege daher, den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte mal anzurufen. Der entscheidet doch manchmal in solchen Sachen. Und meine Erfolgsaussichten wären nicht schlecht, denke ich, der hat schon öfter ganz komische Urteile gefällt. Letztlich wäre es mir aber auch Wurst, wie das ausgeht.

Und das Ungerechteste überhaupt, das war die Sache mit meiner Lebensversicherung. Die sagten zuerst, es kostet 330,- € für 1 Jahr. Dann untersuchen die mich, checken mich total durch, weil ich so eine hohe Summe abschließen wollte, und dann lehnen die meinen Antrag zu diesen Konditionen plötzlich ab. Wollten dann plötzlich das Dreifache. Nicht in Ordnung, sowas. Auch hier überlege ich, den Europäischen Menschengerichtshof anzurufen. Wegen Gesundheitsdiskriminierung.

Meiner Frau habe ich übrigens gesagt, dass alles ok sei mit der Risiko-Lebensversicherung.  Werde eben ganz einfach wieder zurückkommen müssen aus Brasilien. Und dann zu Hause so tun, als hätte ich eine Versicherung abgeschlossen gehabt. Und wenn meine Frau dann fragt, wie viel Geld ich in Brasilien verschleudert und verpulvert habe, dann sage ich, dass ich sogar Geld dort gespart habe, nämlich die 330,- €, die die Lebensversicherung gekostet hätte. … … Gibt es nicht oft, dass jemand in Urlaub fährt, und bringt dann mehr Geld zurück als er vorher ausgegeben hat. Ein genialer Schachzug!

Genauso ungerecht wie das mit dem längeren Lebensalter der Frauen finde ich übrigens manche Brettspiele. Steht doch da drauf: “Für Spieler zwischen 4 und 99 Jahren.” Möchte wissen, was Joopi Heesters da gedacht hat, als er noch gelebt hat. Der wurde immerhin 108. Wenn der geklagt hätte … der hätte auf jeden Fall gewonnen.

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Tag 159 – Verfeinerung einer Gewerkschaftsidee

Die Gewerkschaften haben immer so tolle Einfälle, die haben mich jetzt auf eine Idee gebracht. Einige Gewerkschaften haben die Arbeitgeber aufgefordert, ihre Arbeitszeiten an die besonderen Anfangszeiten der WM-Spiele anzupassen, da einige Spiele erst nach 22 Uhr beginnen. Das betrifft vor allem viele Schichtarbeiter, die morgens saufrüh raus müssen.

Viel schlimmer aber trifft es … na wen wohl … na uns. Wir haben sage und schreibe 5 Stunden Zeitunterschied, wenn wir in Brasilien sind – in zwei Spielorten (Manaus und Cuiaba) sogar 6 Stunden. Ich habe ganz schön Bammel vor diesem ominösen Zeitunterschied. Mir wurde gesagt, da könne man gar nicht richtig schlafen und wäre total aus seinem Rhythmus.

Am besten, ich könnte mich schon 1 Monat vor unserem Brasilien-Aufenthalt richtig auf den Zeitunterschied vorbereiten. Ich meine mit richtigem, echtem Üben. Wie das so sein wird, wenn unsereins wie sonst auch immer um 22 Uhr ins Bett will, es in Wirklichkeit aber erst 17 Uhr ist. Meine Frau kennt das bei mir nur von Fasching, da bin ich um 17 Uhr auch immer schon richtig müde.

Aber in Brasilien? Nee, geht nicht. Umgerechnet müsste ich um 3 Uhr nachts ins Bett, hier in Deutschland, um mich an den Zeitunterschied zu gewöhnen. Dann wären wir absolut top-fit für Brasilien. Aber nicht morgens, solange wir hier noch auf die Arbeit müssen. Mir wäre am liebsten, ich könnte morgens um … sagen wir mal … um 13 Uhr anfangen zu arbeiten. Das wäre umgerechnet in Brasilien dann 8 Uhr. Genau meine Zeit. Würde dann komplett durcharbeiten bis 21.30 Uhr. Und könnte mir dadurch gleichzeitig noch jede Menge Ärger vom Hals halten. Denn ab 17 Uhr läuft bei uns eh nicht mehr viel, dann ist der Hase über die Höhe, alle Spatzen gefangen, die Messe gelesen und der Drops gelutscht.

Ich werde morgen mal mit meinem Betriebsrat reden.

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Tag 158 – Der falsche Besuch

Muss jetzt doch mal eine Lanze brechen. Und zwar für Frauenfußball und Frauen im Fußball.

Erstens spielen die jetzt viel besser als noch vor ein paar Jahren. Schön anzusehen war es ja schon immer. Meistens jedenfalls. Oder zumindest zuweilen. Manchmal eben. Na ja, es kam darauf an. … … Ist ja auch egal.

Jedenfalls gibt es jetzt in Frankreich die erste Trainerin in einem Profi-Fußballverein. Chapeau! Eine Kommentatorin und eine Schiedsrichterin gibt es in Deutschland ja auch schon lange. Die wurden seither nicht entlassen, nein, die machen einen guten Job. Und in Brasilien gibt es jetzt großen Wirbel um eine junge Linienrichterin in ihrem ersten Profiliga-Einsatz. Sportbild schreibt dazu:

Wirbel in Brasilien: Nach einer Fehlentscheidung bei ihrem Erstliga-Debüt steht Schiedsrichter-Assistentin Fernanda Colombo Uliana im WM-Land in der Kritik. Die 25-Jährige hatte Cruzeiro Belo Horizonte im Stadt-Duell gegen Atlético Mineiro in der Schlussphase eine Chance zum Ausgleich wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung abgewunken. Cruzeiro verlor das Match 1:2.

Ist erstmal nicht so schlimm. Aber was dann der unterlegen Sportdirektor gesagt hat, das geht zu weit, eindeutig. Der wird folgendermaßen zitiert:

„Nur hübsch sein reicht nicht, man muss auch gute Leistungen bringen. Wenn man so hübsch ist wie sie, sollte man besser für den ‘Playboy’ posieren und nicht im Fußball arbeiten.”

“Für den Playboy posieren”. Das erinnert mich an Prof. Grzimek (die älteren unter uns werden sich an den tollen Tierfilmer erinnern) – bei dem waren prinzipiell alle Tiere „possierlich“. Nee, nee, geht gar nicht.

Ich hab mir dann Frau Uliana mal persönlich angeschaut. Im Internet mein ich. Und ich muss sagen, Potzblitz!, sie hat echt Potential. … Voraussichtlich auch im Fußball. Sie ist ja erst 23. Da kann man ruhig mal einen Fehler machen. Hier der Artikel.

Ganz andere Frauenprobleme hat da der Löw. Bzw. eher der Max Kruse. Glaubt man manchen Medien, dann soll der Gladbacher vom Löw nicht für die WM nominiert worden sein, weil er Frauenbesuch hatte. Mann! Das hätte ich ihm auch sagen können. Frauen bringen nur Huddel. Ich seh’s doch bei meiner Frau. Der Max Kruse hätte sich Männerbesuch holen sollen, dann wär das beim Löw auch eher durchgegangen. Nee, nee, was für ein Fehler. Aber es gibt da auch widersprüchliche Aussagen, da ist noch nix endgültig geklärt.

A propos “widersprüchlich”: Für mich nach wie vor der mit Abstand schönste Widerspruch in sich: “Fahrlehrerin”. Vergleichbar nur mit “Gourmet-Sprudel”.

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Tag 153 – Öffentliche Abstimmung über unser Maskottchen

Das offizielle Maskottchen der WM – Fuleco – gibt es ja schon. Übrigens interessant, was dazu unter wikipedia.de steht:

Es stellt ein Brasilianisches Dreibindengürteltier (Tolypeutes tricinctus) mit gelbem Fell und blauem Panzer dar. Ausgewählt wurde dieses Tier vor allem, weil es vorwiegend in Südamerika vorkommt und vom Aussterben bedroht ist. Bei einer öffentlichen Abstimmung in Brasilien wurde „Fuleco“, eine begriffliche Verschmelzung von „futebol“ (Fußball) und „ecologia“ (Umweltschutz), als Name für das Maskottchen bestimmt.

Für unsere Truppe wurde auch eigens ein Maskottchen designed:

Brasilien Fußball WM Maskottchen Saarland

Meine Frau meinte, man hätte uns nicht besser zeichnen können.

Jetzt aber mal Butter bei die Fische: Wir möchten heute einen öffentlichen Wettbewerb starten: Wer schickt uns den besten Namen für unser Maskottchen oben?

Einsendeschluss ist am 30. Mai 2014

Vorschläge bitte an info@xixy.de

Zu gewinnen gibt es auch etwas: Eine Einladung in die Diskonto-Schenke in Saarbrücken.

Lieber Charly, falls Du dies hier liest, bitte lass uns nicht im Stich!!!
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Tag 152 – Leerlaufende Empfehlungen

Zitat von der Homepage des Auswärtigen Amtes vom 08.05.2014:

Am 22.04.2014 kam es am Rande des Stadtviertels Copacabana von Rio de Janeiro zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Reisenden wird empfohlen, die aktuelle Berichterstattung aufmerksam zu verfolgen, sich von Protesten fernzuhalten und den Anweisungen der Polizei Folge zu leisten.

Der Polizei Folge leisten, soweit ok. Aber wem soll man Folge leisten, wenn die Polizei in den Ausstand getreten ist? Zitat von n-tv.de von heute:

Ein Monat vor Fußball-WM
Brasilianische Polizei streikt erneut

Etwas mehr als einen Monat vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien hat die Polizei erneut in mehreren Austragungsorten gestreikt. Betroffen von dem Arbeitsausstand waren neben Rio und der Hauptstadt Brasília auch Städte wie Fortaleza, Natal und Porto Alegre.

Der 24-stündige Streik habe viel Unterstützung erhalten, sagte der Chef der Polizeigewerkschaft, André Vaz de Mello, der Nachrichtenagentur AFP. Zugleich drohte er mit weiteren Streiks während der WM.

Es werde einen Notdienst geben, vor allem an Flughäfen, aber wenn die Regierung keine zufriedenstellende Antwort gebe, werde die Polizei während der Fußball-WM ihre Arbeit einstellen, sagte de Mello. Die Beamten fordern bessere Arbeitsbedingungen und Lohnerhöhungen.

Bei einem Polizeistreik im vergangenen Monat in Salvador da Bahía waren bei gewaltsamen Auseinandersetzungen mindestens 39 Menschen getötet worden. Dutzende Geschäfte wurden geplündert, während sich die Polizei weigerte einzugreifen.

Na toll. Unsere Aufenthaltsorte (Fortaleza, Porto Alegre, Rio) sind allesamt dabei, dort, wo die Polizei in Streik treten könnte. Bisher dachte ich immer, wenn ich in Deutschland irgendwo Polizei sah: “Überall Polizisten – man fühlt sich so unsicher …”. Bei den aktuellen Meldungen aus Brasilien könnte jetzt durchaus ein Umdenken stattfinden …

Ich werde mal das Auswärtige Amt fragen, was empfohlen wird, wenn Sicherheitskräfte nicht mehr vorhanden sind …

 

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Tag 151 – Teil 2: Die Comedy-Truppe

Gerade hat die Seleção ihren Kader bekannt gegeben. Im Sturm spielen Bernard (Schachtjor Donetsk/Ukraine), Fred (Fluminense FC/Brasilien), Hulk (Zenit St. Petersburg/Russland) und Jo (Atletico Mineiro/Brasilien). Bernard, Fred, Hulk und Jo – wenn ich nicht genau wüsste, dass es um Fußball geht, würde ich denken, es handelt sich um eine Comedy-Truppe.

Meine Vermutung ist ja ohnehin, dass Brasilien im Achtelfinale ausscheidet. Nach einer umstrittenen roten Karte gegen Luiz Gustavo in der 65. Minute und 2 nicht gegebenen Hand-Elfmetern verliert Brasilien am Ende gegen Spanien oder Holland und fliegt aus dem Turnier. Das ganze Land trauert, was fatale Auswirkungen auf die Stimmung haben wird. Die Ordnungskräfte räumen ihre Posten. … … Oh nein, das darf auf gar keinen Fall passieren. Unvorstellbar.

Wünsche mir, dass Brasilien ganz weit kommt im Turnier.

Ich drücke der Comedy-Truppe daher ganz fest die Daumen!

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Tag 151 – Teil 1: Warum es Bundestrainer besser haben als angehende Ehemänner

Morgen gibt der Löw sein vorläufiges Aufgebot bekannt. 30 Mann sollen es richten.

Als ich mein Aufgebot damals öffentlich bekannt geben musste, durfte ich nur eine einzige Frau benennen. Ich konnte bei der öffentlichen Bekanntmachung meiner beabsichtigten Eheschließung nicht hingehen, und willkürlich erstmal alle meine Verflossenen aufbieten, um mich dann ein paar Tage später für eine von denen endgültig zu entscheiden. Nee, ging nicht.

Im übertragenen Sinne spiele ich mit meiner Frau jetzt schon seit fast 15 Jahre um einen internationalen Titel mit, aber ich vermute, Weltmeister werden wir beide nie. Höchstens, wenn es um unterschiedliche Meinungen geht. Sie sieht das übrigens anders.

Nee, nee, der Löw hat’s da besser. Kann sich unter 30 Männern nach ein paar Tagen ein paar raussuchen, mit denen er gerne noch enger zusammenarbeiten möchte.

Ich würde mich für das Saarland jedenfalls freuen, wenn einer aus dem Saarland mit dabei sein sollte. Der Patrick Herrmann zum Beispiel. Oder der Kevin Trapp, der Torhüter der Saison mit den wenigsten Patzern, nämlich gar keinem. Die hätten es beide verdient. Der Philipp Wollscheid auch, aber der hat ja in letzter Zeit leider wenig gespielt.

Na ja, morgen werden wir’s sehen. Drücken wir die Daumen!

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Tag 150 – Der Grund, warum Brasilien in die EU aufgenommen werden sollte.

Heute wurde ein erster Kommentar abgegeben, über den ich mich sehr gefreut habe (in der Rubrik “Ziel unserer Reise”) . Habe dort gleich geantwortet. Das wird ja richtig Arbeit hier. Pffft.

Nochmal zum brasilianischen Portugiesisch, zur Sprache, die ich am Erlernen bin in Vorbereitung auf die Reise. Hab’ ja schon drüber berichtet, dass die manches so komisch aussprechen. “Brasiuu” für “Brasil”. Aus “l” am Ende wird ein langes “u”.

Aber es kommt noch schlimmer. Ein paar Beispiele gefällig?

Ein “R” am Anfang eines Wortes wird wie “H” ausgesprochen. Ein Witz? Dachte ich auch zuerst. Ist denen aber total ernst. “Rio” von Rio de Janeiro wird zum Beispiel ausgesprochen “Hiu”. Nicht nur das R wird wie H ausgesprochen. Nein. Auch das “o” verändert man in dem kurzen Wort noch und verunstaltet es damit komplett. Denn “o” am Ende eines Wortes wird ausgesprochen wie “u”. “Hiu” eben. Nicht zu verwechseln mit “Hui”. Ach was solls.

Aus l machen die u, aus o ein u und aus r ein h. Viel mehr Fantasie kann man überhaupt nicht haben.

Zur Sicherheit blättere ich nochmal in meinem neuen Lieblingsbuch “Einstieg Brasilianisch”, wo ich schon auf Seite 15 angekommen bin (von 164). 15 Seiten! Ackern, ackern, ackern, nur so geht’s. In so kurzer Zeit! Bin schon etwas stolz auf mich. Ob ich fertig werde bis zum Beginn der WM? … Mal sehen. Ich denke, ich bin auf einem guten Weg, einem extrem guten Weg sogar.

Meine Frau kommt rein. Und das beim Brasilianisch lernen. Geht gar nicht. Und meinen neuesten Blog liest sie auch noch!

Aber nach dem sie mich darauf hingewiesen hat, dass – wenn man den Einband, eine Leerseite, die Verlagshinweise, das Impressum, das Inhaltsverzeichnis und das Vorwort abziehen würde – ich nur mal eben 6 Seiten netto gelernt hätte – statt den von mir errechneten 15 Seiten, dann … nee, damit nimmt sie mir die ganze Motivation. Nee du, geht gar nicht. So kann ich nicht lernen.

Erst die ganzen Aussprachedreher bei den Buchstaben, jetzt meine Frau. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was mir mehr zu schaffen macht.

Wo waren wir stehengeblieben? (Geht mir übrigens immer so, meine Frau schafft es, mich total durcheinander zu machen. Ich finde das nicht fair. Noch unfairer ist es, dass sie umgekehrt immer das gleiche von mir behauptet.)

Ach ja, die Buchstabendreher. Mein Kopf dreht sich auch. Es gibt noch mehr von diesen Fallstricken:

Ein “e” am Ende eines Wortes wird ausgesprochen wie ein “i”. Interessant wird es dann, wenn die Deutschen am 26. Juni gegen die USA in Recife spielen. “Recife”. Ausgesprochen wird es aber “Hessifi”. Man kann nur beten, dass unsere Spieler den Spielort rechtzeitig finden.

Zu ergänzen wäre, dass

natürlich ein “m” am Ende eines Wortes zu “n” wird,

ein “h” am Wortanfang gar nicht ausgesprochen wird,

aus einem “g” ein “j” wird (aber nur vor einem “e” oder “i”)

und ein “e” wie ein “ä” ausgesprochen wird. Meistens jedenfalls. Es sei denn, irgendein Zeichen klebt am “e”.

Und so weiter. Jeder Buchstabe anders wie er da steht.

Alles sehr fragwürdig für Nicht-Brasilianer. Allein wegen der Aussprache plädiere ich letztlich dafür, Brasilien in die EU aufzunehmen. Im Moment haben die noch eine eigene Währung, den Real. Da wird’s mit der Aussprache ganz extrem: Nach dem eben Gelernten spricht man “Real” aber nicht “Real” aus, sondern “Häauu”. Häää? Ja genau! “Häauu”. Meine sehr verehrten Damen und Herren in “Brasiuu”, so klingt doch keine Währung! Beim besten Willen nicht!

Nach einigem Hin- und Her-Überlegen komme ich aber zum Schluss, dass “Äuru” für “Euro” auch nicht viel besser klingt. Lassen wir also alles besser wie es ist.

Außerdem ist es doch so, dass einem auch hierzulande oft ein “X” für ein “U” vorgemacht wird. Oder etwa nicht?

 

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Tag 149 – Winter in Brasilien? Kann doch nicht sein, oder?

Jürgen meldet sich am Telefon. Jürgen ist Ortsvorsteher in einer Nachbargemeinde und ausgesprochener Brasilien-Experte. Er kennt den Süden Brasiliens wie seine Westentasche. Wir hatten ihn vor kurzem angeschrieben, ob er uns denn ein paar Tipps mit auf den Weg geben könne. Und das hat er heute ausführlich getan. Vielen Dank an dieser Stelle, lieber Jürgen!

Erstmal das schlechte: Es ist Winter, wenn wir nach Brasilien reisen. Besonders im Süden. Es könne sogar 0 Grad werden. Und früh dunkel sei es auch. Und Heizungen hätten die Häuser dort in der Regel auch nicht. Also Winterjacke mitnehmen.

Au Mann. Das hat uns bisher in dieser Deutlichkeit noch keiner gesagt.

Nix mehr ist es also mit der im pinkfarbenen Bikini, denke ich entsetzt.

Aber Jürgen geht auf meine Gedanken nicht ein (wie auch) und erzählt weiter: … in der Dunkelheit unterwegs sein … da müsse man schon genau wissen, wohin man wolle. Müsse man sich vorher informieren. Alles nicht so ohne. Und Auto mieten und abends einfach mal auf Tour fahren, nee, das kann er auch nicht empfehlen. Außerdem hätten die um die Gegend von Porto Alegre überraschend viele Blitzer an den Ampeln. Nur in einer Stadt nördlich von Porto Alegre (den Namen habe ich vergessen) hätten sich die Blitzeranlagen noch nicht durchgesetzt. Die seien dort sogar verboten. Dort werde nämlich die Gefahr, an einer roten Ampel wartend ausgeraubt zu werden, schlimmer eingeschätzt als das Überfahren einer roten Ampel mit drohendem Unfall in der Kreuzung. Oha. Aber … sei’s drum.

Nach all den Warnungen hat Jürgen aber schließlich doch noch viele positive Informationen und auch eine Überraschung parat:

Es gibt viel zu sehen und zu erleben, tolle Landschaften, nette Menschen, Weinproben seien möglich bei einem Freund von ihm, eine Museumseisenbahn, eine “Rota Romântica”, Firmenbesichtigungen und und und.

Und jetzt die Überraschung: Die Bürgermeisterin aus dem brasilianischen São Vendelino sei im Juni zu Gast bei ihm hier im Saarland. Er wolle uns am Wochenende 14./15. Juni miteinander bekannt machen. Uiii, das klingt vielversprechend!

Wie heute im SR (Saarländischer Rundfunk, SR3 Saarlandwelle) zu hören war, soll die Partnerschaft von São Vendelino nahe Porto Alegre mit der saarländischen Stadt St. Wendel wiederbelebt werden. Hier ein schöner Bericht dazu:

In dem Bericht wird die “Urwaldbrauerei” vorgestellt – klarer Fall, da müssen wir hin.

Vergessen ist die im pinkfarbenen Bikini. Was sollen wir auch mit der?

Ich spüre jedenfalls, wie die Vorfreude wächst.

 

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Tag 148 – Es hat sich viel getan

Bin wieder da. Es hat sich viel getan in der Zwischenzeit.

Ich versuche mal zusammenzufassen:

1. Meine Frau ist noch sauerererer geworden als ohnehin schon.

2. Tickets haben wir jetzt mehr als wir brauchen. Sogar für Spiele, wo wir gar nicht sind.

3. Mein Antrag auf Abschluss einer Risiko-Lebensversicherung ist abgelehnt worden. Schöner Mist. Und dabei wussten die nicht einmal, dass es nach Brasilien geht. Es muss also an meinem Gesundheitszustand gelegen haben. Au weia und sapperlot! Das muss ich meiner Frau noch irgendwann beichten.

4. Impfen macht schummrig.

5. Es gibt Unruhen und Krawalle in Brasilien. Mein Schwager, der vor Jahren dorthin ausgewandert war (nach Belo Horizonte) und eine Brasilianerin geheiratet hat, meinte, es gäbe keine schlechtere Zeit nach Brasilien zu reisen als zur WM. Na toll, jetzt kommt er damit. Diebstahl und Raub seien dort an der Tagesordnung, gerade während der Fußball-Weltmeisterschaft.

Auch das noch, denke ich mir. Erst waren es nur Morde, jetzt auch noch Überfälle und Klauerei.

Mein Schwager gibt uns als Tipp noch mit, dass wir uns um Himmels willen so kleiden sollten wie die Menschen in Brasilien. Um ja nicht aufzufallen. Möglichst unauffällig anziehen. Wenn man als Touri auffallen würde, würde man ausgenommen wie eine Weihnachtsgans.

Ich habe dazu in monatelangen Überlegungen allerdings eine Antithese entwickelt. Die kennt bis jetzt noch niemand. Die hat auch noch keinen Niederschlag irgendwo gefunden. Weder in den Tagesmedien noch in der Fachpresse und schon gar nicht in den einschlägigen diversen Sicherheitshinweisen. Nirgendwo. Meine Antithese  möchte ich hier in diesem Blog jedenfalls im Einzelnen noch detailliert in aller Breite ausführlich und genau vorstellen. Vielleicht hilft sie ja, den Aufenthalt in Brasilien für alle Fußballfans sicherer zu gestalten. Später mehr.

6. Brasilianisch lernen macht keinen Spaß. Die verschlucken einfach alle Silben. Und noch schlimmer: Hört mal ein Wort zB. auf “-il” auf, dann spricht man das nicht aus wie “-il”, sondern wie “-iu”. Das soll mal einer verstehen. Ein Beispiel: “Brasil” wird nicht “Brasil” ausgesprochen, sondern – und jetzt haltet Euch echt mal fest – wie “Brasiu” mit ganz kurzem “i” und langem “u”. Brasiuu. Und es gibt noch mehr Fallstricke.

Aber dazu berichte ich im Einzelnen ab jetzt wieder täglich.

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Tag 56 – Krisensitzung

Ich muss zu einer Krisensitzung einladen – meine Frau will plötzlich mit. Sie meint, es sei doch ein schönes Geburtstagsgeschenk für sie (sie hat am 2. Februar).

Michel, Norbert und Herrmann schauen auch etwas ratlos.

Dann haben wir die Lösung: Mit eindringlichen Hinweisen auf die hohen Mordraten kriegen wir sie von ihrem Plan wieder ab.

Pffftt. Nochmal gut gegangen. Fast wäre das ganze Projekt noch zum Scheitern verurteilt gewesen.

Auf den Schreck trinken wir schnell einen Schnaps, und zwar einen “Doktor” – 1/3 Pernod und 2/3 Fernet Branca. Das Mischungsverhältnis kann auch umgekehrt sein, wir wussten es nach dem 5. Doktor nicht mehr so genau. Es könnte auch eine Mischung aus Ricard und Ouzo gewesen sein. Es könnte sogar sein, dass wir gar keinen Doktor getrunken haben. Sondern was anderes. Es war jedenfalls ein Schnaps. Kann aber auch was anderes gewesen sein. Und 5? So sicher sind wir uns da heute auch nicht mehr.

War aber auch egal.

Wir hatten einen Grund zu feiern.

 

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Tag 53 – Alles getan

So, wir haben jetzt alles mögliche in die Wege geleitet, um an Tickets heranzukommen.

Mitte Februar sollen die Ziehungsergebnisse bekannt gegeben werden.

Jetzt heißt es abwarten.

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Tag 52 – Wir gehen in die Vollen

Habe die Bekannte des Freundes von meinem Patenonkel endlich erreicht. Die weiß ganz sicher, wie man an Tickets rankommt. Sie ist sehr nett und bereit, uns zu helfen.

Wir besprechen Folgendes:

Wir versuchen es auf jeden Fall nochmal für das Speil Deutschland – Ghana, 4 Tickets.

Brasilien ist ein riesiges Land, ohne Flüge von einem Ort zum anderen Ort geht nix. Für die kommenden Spiele bauen wir daher darauf, dass D Gruppenerster wird.

Wir beantragen also noch Tickets für das Achtelfinale und das Viertelfinale der deutschen Mannschaft, egal wo die stattfinden. Wir setzen voll auf Sieg.

Wir hatten daher ja schon Flüge nach Porto Alegre (Achtelfinale) und Rio de Janairo (Viertelfinale) fest gebucht. Das heißt, wir können mit den Tickets – sollten wir sie bekommen – nur etwas anfangen, wenn die Spiele der Deutschen auch tatsächlich in Porto Alegre und Rio de Janeiro stattfinden. (Wir haben uns deswegen so frühzeitig festgelegt, da es nicht leicht sein dürfte, Flüge kurzfristig in die gewünschten Städte zu bekommen, da ist uns das Risiko zu groß, dass wir zwar Tickets haben, aber ohne Flug da stehen …).

 

 

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Tag 51 – An Tickets rankommen – aber wie?

So langsam wird’s eng. Am 30. Januar 2014 um 12:00 Uhr MEZ endet die zweite Verkaufsphase für Tickets zur Fußball-WM in Brasilien. Die 2. Phase ist die Hauptphase, da müssen wir dabei sein.

Michel kümmert sich bei uns um die Tickets, er ist der Zuverlässigste.

 

Per Mail teilt er mit:

“Hallo zusammen,

ich habe bei der Fifa für 4 Spiele Tickets beantragt. Um die Chancen zu erhöhen sollten wir alle Tickets beantragen. Die Seite zum Anmelden ist http://de.fifa.com/worldcup/organisation/ticketing/apply-for-tickets/index.html

oder bei der Fifa durchklicken, ist recht einfach. Ich habe für folgende Spiele Karten beantragt:

1. Deutschland : Ghana am 21.06.14 in Fortaleza

2. Nigeria : Argentinien   am 25.06.14 in Porto Alegre

3. Achtelfinale   am 30.06.14 in Porto Alegre

4. Viertelfinale   am 04.07.14 in Rio de Janeiro

Jeweils 1. Kategorie.” 

Michel macht das, er kümmert sich drum. Um auf Nummer sicher zu gehen, frage ich aber  noch einen, der einen kennt, der wissen könnte, wie man an Tickets rankommt.

Wir fahren also mehrgleisig. Kann ja nix schaden. Wir dürfen eben nix dem Zufall überlassen.

 

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Tag 50 – Die im pinkfarbenen Bikini macht plötzlich auf zickig

Bin total müde und geschafft von dem ganzen Gesurfe. Und morgens immer früh auf die Arbeit. Aber man muss sich halt vorbereiten. Wir dürfen  n i x  dem Zufall überlassen.

Kaum bin ich da, schon eine erste Arbeitsbesprechung.

Der Tod ist die höchste Form der Dienstunfähigkeit!“ höre ich einen Kollegen sagen.

Aber da bin ich schon weg … ganz weit weg … in Gedanken … In Brasilien. … Am Strand. Mmmmhhh! Schön! … Copacabana. Sand. … Sanfte Wellen. … Sagenhaft. … Traumhaft schön. … Sonne satt. … Schlummer bei den Schlaraffen.

Hallo! … He, … hallo!!! Hören Sie mich!? Hallo!?“

Wieso ist die im pinkfarbenen Bikini auf einmal so zickig …? Eben noch proppig, übers ganze Gesicht strahlend, süß lächelnd. Und jetzt? Verdammt nochmal, denke ich, warum schreit die denn jetzt so rum?

… „OSVALDO! OSVALDO! AUFWACHEN!!!“ … Mist. Schöner Mist. So schön geträumt. Nun das. Die Besprechung hat mich wieder.

„Ok, ok, ich erledige das. Sofort, Chef. Geht klar, gar kein Thema, mach ich. Wann brauchen Sie es? … Ok … Noch eine kurze Nachfrage … Um was geht es nochmal? Genau, meine ich …?“ … …

Das waren so ziemlich die letzten Worte, ehe ein Wirbelsturm der Stärke 1119 über mich hereinbrach. Traf mich relativ hart und unvorbereitet. Hatte ich so nicht erwartet.

Egal.

Die im pinkfarbenen Bikini war jedenfalls gut. Die nimmt mir keiner mehr. 

Gut, dass meine Frau nicht mit auf der Arbeit ist.

 

 

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Tag 49 – Endlich ein Hotel

Es reicht uns. Wir buchen jetzt das erst-beste Hotel, das noch zu haben ist. Wir haben zuvor gefühlte 1000 Mal anhören müssen, dass nahezu alle Hotels in Rio für diesen Zeitraum bereits ausgebucht seien.

Sei’s drum.

2110,- Dollar zahlen wir über die offizielle FIFA-Hotel-Internetseite. Zum Glück steht der Dollar günstig für uns. In Euro macht das dann nur 1560,- €.

Der Jubel ist groß.

 

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Tag 48 – Bad news aus Rio

Eine Mail meines neuen Freundes, unseres deutschen Vermittlers, geht ein.

Was!? Das kann jetzt doch nicht … das darf doch nicht … darf doch nicht wahr sein!“ Ich fasse es nicht. Die Wohnung sei für diesen Preis nicht mehr zu haben, muss ich da lesen. „Die verlangen jetzt einen 1000%igen Aufschlag“, meint er lapidar.

Ich falle in den Stuhl zurück.

Und überlege. Nix fällt mir ein, wie wir das wieder rausreißen könnten.

In Rio müssen die aufpassen, dass ich den Spieß mit den ganzen Morden nicht umdrehe“, überlege ich kurz, verwerfe den Gedanken dann aber wieder ganz schnell.

Meist seien nur Buchungen für einen Mindestzeitraum von 7 Tagen möglich.

Hier unsere Mail-Konversation im Original:

Lieber Osvaldo, leider teilt mir der Eigentümer soeben mit, daß er die Wohnung nunmehr anderweitig vermietet hat. Sorry derzeit geht das sehr schnell …. Gruß, Frank J.“

Ich hake sofort nach:

Oh Nein! … Haben Sie denn ggf. noch eine andere Möglichkeit? Hatten uns schon so drauf gefreut …“

Rio meldet sich wieder (Original-Mail):

nein leider nicht, ist unser einzigster Anbieter in dieser Gegend. Leider sind die Vermieter dort alle verrückt geworden und versuchen jede Wohnung mit 1000% Aufschlag zu verkaufen. Aber solange wie es Verrückte gibt, die das zahlen 😉 Viel Erfolg bei der Suche und nochmals sorry, daß es nicht geklappt hat. Gruß, FranK J.“

Mist. Ganz schön großer Mist.

 

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Tag 47 – Das Glück den Tüchtigen!

 

Heureka! Jetzt hamma’s! 510,- € für 85 m² für 4 Personen und 3 Übernachtungen direkt an der Copacabana – insgesamt versteht sich!

Na, wer sagst denn. Der Vermittler in Deutschland hat auf meine Anfrage mitgeteilt, dass die Wohnung noch frei sei. Endlich! Man muss eben nur lange genug probieren. Das Glück den Tüchtigen!

Hier die Original-Mail von meinem Vermittler in Rio, meinem neuen Freund.

Lieber Osvaldo, danke für Ihre diversen Anfragen. Nur dieses Appartement ist noch frei. Gesamtkosten für 3 Nächte – 4 Personen inkl. Endreinigung = EURO 510,00. Gerne höre ich von Ihnen, ob eine verbindliche Buchung erfolgen soll.

Herzliche Grüße, Ihr FranK J.“

Meine Original-Antwort 43 Sekunden später:

Hallo Herr J., wir würden die Wohnung nehmen! Ist eine Anzahlung erforderlich? Was muss ich noch veranlassen? Viele Grüße, Osvaldo“

 

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Tag 46 – Kollegen im Pech

Die Suche nach einer Unterkunft frustet.

Anderen Kollegen aus unserem heimatlichen Nachbarort, aus Alsweiler, die auch mit einer Gruppe nach Rio wollen, geht es aber noch schlechter. Die hatten bereits im Sommer 2013 (!) für die Fußball-WM ihre Unterkunft in Rio an der Copacabana gebucht. Sie erzählen, dass es plötzlich Schwierigkeiten gegeben habe:

Die haben uns letzte Woche mitgeteilt, dass unser Haus, das wir gemietet hatten, leider aus unerklärlichen Gründen abgebrannt sei.“

Haha!

„Die haben jetzt wohl gemerkt, dass man da viel mehr Geld machen kann. Jetzt behaupten die einfach, dass die Wohnung abgebrannt ist und nicht mehr zur Verfügung stehe. Die machen es sich einfach. Sauerei sowas“.

Ich pflichte ihnen bei. „Sauerei sowas.“

Sowas kann uns zum Glück nicht passieren – schließlich haben wir ja noch gar keine Unterkunft. Ich widme mich wieder der Wohnungssuche. 

 

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Tag 45 – Noch immer keine Wohnung in Rio

Sitze schon den 7. Tag in Folge am Mac.

Verflucht. Wer hätte das gedacht.

Suche wie Spengels Knopf nach einer brauchbaren Wohnung. Muss natürlich einigermaßen vom Preis her verträglich sein. Nix.

Entweder deutlich überteuert, bis zu 10.000,- Euro für 3 Übernachtungen vom 2. Juli bis 5. Juli. Oder eher eine … sagen wir mal so … sehr schlichte Behausung. Kostet dann immerhin auch noch an die 500,- Euro. Ohne Sicherheitsaspekte versteht sich.

Unter 500,- Euro geht generell nix für 3 Übernachtungen für 4 Personen. Auch nicht zusammen in 1 Zimmer. Auch nicht in einem Etagenbett. Wahrscheinlich auch nicht, wenn wir in 1 Bett nebeneinander oder aufeinander liegen würden. Selbst die großen Reiseanbieter konnten uns nicht weiterhelfen, auch bei denen ging nix. Wir haben uns sogar eintragen lassen in so eine Liste, die automatisch in eine Buchung übergeht, wenn was frei sein sollte. Nix. Einfach nix zu machen. Macht kein Spaß mehr. Bin kurz davor, die Flüge wieder zu stornieren und alles drumrum auch.

Mann Mann Mann.

 

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Tag 38 – Unterkunftssuche in Rio

 

Jetzt fehlt also bloß noch eine Unterkunft in Rio de Janeiro. Kann nicht so schwer sein.

Mache mich gleich ran an die Suche. Freue mich sehr auf die spannende Aufgabe! Ich surfe einfach unheimlich gern im Internet. Das kann ich besonders gut. Ich suche – natürlich auch, wenn’s um meine Familie geht – immer sehr schöne Ferien-Unterkünfte aus, wenn’s denn mal in Urlaub geht.

So, jetzt aber stopp hier, muss ran an die Suche.

 

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Tag 37 – Verwandtschaft aufgetaucht!

Für zwei Dinge im Leben kann man ja nix – für das Wetter und für die Verwandtschaft.

Dass aber die Verwandtschaft auch mal für was gut sein kann, na wer sagt’s denn!?

Michel ist irgendwie damit rausgerückt, dass er eine linksseitig angeheiratete Tante in Brasilien, in Porto Alegre, wohnen habe. Mit der Leonora sei er auch bereits in Kontakt. Und das beste: Sie habe angeboten, dass wir bei ihr kostenlos wohnen könnten. Wow! Das ist sowas wie ein 6er im Lotto!

Meine Frau kriegt das mit. Sie vermutet sofort, dass da was anderes dahinterstecke und dass Leonora bestimmt noch Töchter habe, die sie unter die Haube bringen müsse. Und überhaupt. Das komme auf gar keinen Fall in Frage.

Pause.

Nach kurzem Überlegen sage ich: Mensch, wir MÜSSEN das tun, das machen wir ja nicht freiwillig, das gebietet der Respekt und die Höflichkeit. Eine solche Einladung dürfe man nicht einfach so mir nichts dir nichts ausschlagen. Und außerdem habe Leonora bestimmt auch gar keine Töchter.

Ich telefoniere mit Michel.

“Nein, die hat keine Töchter,” meint er, nur einen netten Neffen, Romeo, der schon signalisiert habe, dass er uns vier gerne unbedingt treffen will.

Meine Frau grinst nur. Sie ist plötzlich einverstanden, dass wir bei Leonora wohnen können.

 

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Tag 36 – Ein Deal

 

Bekomme die Buchungsbestätigung der gleichen Wohnung durch einen privaten Vermittler für 1200,- €. Und Flughafenabholung ist auch inclu. Was für ein Deal! Mit Michel, Norbert und Herrmann verabrede ich, dass wir von den gesparten 600,- € etwas Schönes machen in Brasilien.

Wir einigen uns nach einigem Hin und Her darauf, mal gut einen trinken zu gehen.

 

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Tag 35 – In Brasilien sprechen die komplett anders

Ich fasse mir ein Herz und rufe in der Wohnung an, die wir gebucht haben.

„Bitte …? Bitte was …? Können Sie etwa kein Deutsch …? Französisch vielleicht? Englisch? Alles Nein?“ Au Mann. Mit Portugiesisch hab ich jetzt aber echt nicht gerechnet.

Damit kann ich jetzt wirklich überhaupt nix anfangen. Kein Ton. Ich weiß nicht, ob ich überhaupt irgendeinen Vokal bei der Sprache da rausgehört habe. Das ist totales Kauderwelsch. Kein Wort verstanden hab ich. Die aber auch nicht. „Tschüss“ sage ich noch und lege verzweifelt auf.

Es wird doch irgendetwas geben, wo man dieses Teufels-Dings da stornieren kann. Denke ich mir. Ich rufe bei der deutschen Service-Hotline von dem Internet-Anbieter an. Eine nette Stimme mit schweizerischem Akzent meldet sich. Immerhin, denke ich. Etwas deutsch. Dankbar erkläre ich ihr mein Anliegen. „Bleiben Sie einen Moment in der Leitung oder soll ich später nochmal anrufen?“ sagt das nette Fräulein, die nun direkt selbst mit der Wohnung in Brasilien telefonieren will. „Ja, ja, machen Sie nur, ich warte gern, ich habe voll Zeit heute!“ säusele ich ihr in bestem saarländischen Akzent zu, ganz nach dem Motto „Wie Du mir, so ich Dir“.

„Säuseln“ – bei meinen mittlerweile 100 kg klingt das irgendwie wie … na ja, ist ja auch egal.

Nach ca. 2 Minuten geht’s weiter, sie ist wieder dran. „Alles ok!“, sagt sie, „sie haben’s akzeptiert“. „Merci Ihne ou no es guets wuchenänd!“ wünsche ich dem netten Fräulein.

Ein Stein fällt mir vom Herzen. 

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Tag 34 – Zu früh gebucht

Sehe bei www.fewo-direkt.de, dass die gleiche Wohnung von Privat an Privat um 1/3 günstiger ist, also 1200,- € statt 1800,- €. Wahnsinn.

Jetzt haben wir diesen Mist über den anderen Anbieter aber schon gebucht. Was machen? Die haben aber immerhin noch keine Kreditkartennummer von mir. Und erst recht keine Anzahlung. Ob das in Deutschland geltende 2-wöchige Widerrufsrecht gilt? Weiß nicht. Mist.

Bei der Buchungsbestätigung jedenfalls steht: „Nicht kostenlos stornierbar. Bei Stornierung wird ein Betrag in Höhe von 30% des gesamten Aufenthaltes fällig. Macht runde 600,- €. Nochmal Mist.

Ist genau der Betrag, den wir einsparen würden. Ganz großer Mist.

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Tag 33 – erste Buchung perfekt

Toll! Über einen großen bekannten Internet-Anbieter haben wir eine tolle Ferienwohnung direkt gegenüber dem Strand von Fortaleza buchen können. Auch der Preis ist absolut ok. 1800,- € für 4 Personen für 4 Übernachtungen. Kann man nicht meckern. Zwar nur 30 m² für uns vier, und ohne Frühstück, Blick zur Stadt (statt auf’s Meer).

Nee, is‘ alles ok. Das machen wir jetzt so.

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Tag 32 – Ui ui ui …

Jetzt schon 1 Woche Ärger mit meiner Frau. Mann.

Hoffentlich sind wir bald in Brasilien.

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Tag 31- Gerüstet für den Fall der Fälle

Das Sozialministerium bringt eine ganz aktuelle „Notfallmappe“ heraus. Kann man alles reinschreiben, was wichtig ist, wenn einem was passiert. Für den Fall der Fälle, falls man stirbt. … Also Versicherungen, Konten, offizielle und bisher vor der Frau verheimlichte, Passwörter vom Computer, und so weiter. Einfach alles, was die Nachfahren wissen müssen, wenn es um einen geschehen ist. Sehr gute Sache. Endlich mal was Praktisches, was ein Ministerium herausbringt. Nur am Rande – hier der Link zum Download:

http://www.saarland.de/dokumente/thema_soziales/Notfall-Mappe_Online.pdf

Notfallmappe Sozialministerium Saarland

NEIN!!! Meine Frau kommt schon wieder ungünstig ins Zimmer. Nicht zu fassen, denke ich noch, da muss ich auch schon Rede und Antwort stehen.

„Ist ja nur prophylaktisch“, versuche ich zu beschwichtigen. Gut, dass ich mir dieses Wort vorher genau angeschaut habe. Für den Fall der Fälle eben. Für Notfälle quasi. Hihi.

„Das mit Brasilien wird dich noch teuer zu stehen kommen!, höre ich sie rufen, als sie das Zimmer wieder verlässt. Da fällt es mir im Wörterbuch auf: Direkt vor „Prophylaxe“ kommt das Wort „Prophezeiung“. Wenn das mal kein schlechtes Omen ist. Oder gutes. Je nachdem eben.

Promille“ steht übrigens auch ganz in der Nähe dort im Wörterbuch. Ist schon ein sau-altes Wörterbuch. Aber die Wörter gibt es noch. Die anderen Wörter in dem Wörterbuch, die dort in der Nähe stehen („Prokrustesbett“ „Prolet“, „Prolaps“, „Prometheisch“, „Promille“ „Promiskuität“ oder „Prosekutor“oder „Prost!“) möchte ich an dieser Stelle aber nicht erwähnt haben. Nicht, dass jemand meint, das hätte voll konkret was mit uns zu tun. Nee, nee. Ganz und gar nich.

Erwähnen möchte ich höchstens ein Wort, das dort in der Nähe steht: “Prominent”.

Na, wer sagst denn.

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Tag 30 – Planung ist alles

Meine Frau erwischt mich dabei, wie ich „Risiko-Lebensversicherung“ google. Au Mann, das hätte jetzt nicht sein müssen.

„Natürlich ist das gefährlich!“, schnaube ich sie an. „Warum denkst Du denn, dass ich mich die ganze Zeit so doll vorbereite! Ich überlass eben nix dem Zufall. Planung, Planung, und nochmals Planung! Nur so geht das!“

Merke, dass ich in die Offensive gehen muss. Defensiv verlieren wir Deutsche auch immer die Halbfinalspiele. Die Taktik muss passen. Und die richtigen Spieler müssen auf dem Feld stehen. Michel, Norbert, Herrmann und ich. Wir sind gutes Team. Wir werden das Feld betreten, in Brasilien. Und wenn die Spieler das Feld betreten, dann hat der Zeugwart Pause. 

So ist das nun mal.

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Tag 29 – Fortaleza doppelt so groß wie München, aber tausendfach so gefährlich

Sonst aber scheint Fortaleza in Ordnung zu sein. Die Stadt ist mit 2,5 Mio. Einwohner  immerhin fast doppelt so groß wie München.

Ich verständige mich mit Michael darauf, dass wir in Fortaleza und auch sonst überall in Brasilien vorsichtig sein werden. Sehr vorsichtig.

Wir sind uns einig, wir beide, absolut einig, dass wir ja nicht eine dieser 32 Personen sein müssen, die während unseres Aufenthaltes vom 19. bis 23. Juni 2014 in Fortaleza erschossen werden. Oder erstochen. Oder stranguliert. Oder sonstwas. Umgebracht werden eben.

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Tag 28 – Schwarzer Tag in Fortaleza vom 3. Januar 2012

Ich google selbst bei Wikipedia nach „Fortaleza“. Au Mann. Michel hat nur die halbe Wahrheit gesagt. Er hat den schwarzen Tag vom 3. Januar 2012 vergessen oder vielleicht – wer weiß – extra nicht erwähnt. Ich muss lesen:

Bisheriger Höhepunkt der Sicherheitslage war der 3. Januar 2012: Aufgrund eines Streiks der Sicherheitsorgane (Polizei, Feuerwehr, etc.), der sich an diesem Tag zuspitzte, waren fast keinerlei Ordnungsorgane mehr auf den Straßen präsent. Schon Tage vorher waren Nationalgarde und andere Kräfte aus Nachbarbundesstaaten angefordert worden, die jedoch personell gar nicht in der Lage waren, die Sicherheit in der Stadt zu gewährleisten. Die Folge war, dass sich ganze Horden von teilweise schwer bewaffneten Räubern aus den Elendsvierteln in die besseren Lagen der Stadt begaben, teilweise Straßen verbarrikadierten und alles überfielen was nur irgendwie greifbar war. Das öffentliche Leben kam dadurch an diesem Tag komplett zum Erliegen. Alle Geschäfte, Tankstellen, Supermärkte und Restaurants schlossen binnen weniger Stunden. Die Straßen waren wie leer gefegt und selbst an der Strandpromenade Beira Mar, wo üblicherweise tausende Menschen flanieren, war keine Seele mehr unterwegs. Der Streik endete am nächsten Tag.“

Au Mann. Wenn das nochmal vorkommt. Und: Meine Frau darf das niemals erfahren. „Niemals, hörst Du!“ sage ich zu Michael, als ich ihn deswegen anrufe.

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Tag 27 – Forta-wer …?

Michel, der Zuverlässige, ruft mich an und verweist auf einen Artikel bei Wikipedia zum Austragungsort „Fortaleza“. Hab noch gar keine Augen, so früh ruft er an. Mann.

„Forta-wer …?“ frage ich noch, aber da kommt es aus Michel auch schon rausgeschossen:

„Fortaleza. Laut Wikipedia einer der gefährlichsten Regionen weltweit!“ Er zitiert weiter:

„Hier werden statistisch die meisten Morde begangen, den absoluten Zahlen nach, was auch auf die hohe Bevölkerungszahl Brasiliens zurückzuführen ist.“ …

Nach der jüngsten Statistik komme es im Staat Ceará im Durchschnitt zu 8 Tötungsdelikten – pro Tag versteht sich. In einigen Stadtteilen Fortalezas komme es täglich zu Überfallen, Morden und Raubmorden, auch außerhalb der sogenannten Favelas.

Stille.

Dann muss ich laut schlucken. Mehrfach.

Wenn das meine Frau erfährt.

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Tag 26 – Outing mit Folgen

Hätte besser noch ein paar Monate mit meinem Outing gewartet. Jetzt hab ich ein halbes Jahr Hölle vor mir.

Au Mann.

Ist doch nix dabei bei einem kleinen Brasilien-Ausflug. Man packt seine Sachen, fliegt hin, fiebert mit, hat Spaß, lernt Leute kennen und lebt so in den Tag hinein.

Mach ich doch zu Hause auch immer so. Und irgendwann komm ich ja auch wieder zurück.

Gut, ja. Mal abgesehen von den Kosten, ok.  Das ist nicht ohne. Dafür gehen ein paar Urlaube mit meiner Frau flöten. Man kann eben nicht alles haben. Aber ansonsten … Ist doch ein tolles, fortschrittliches Land, das Brasilien.

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Tag 25 – Outing

Gestehe es meiner Frau. Was die sich aufregt.

Das Jahr fängt ja gut an.

 

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Tag 22 bis 24 – Happy!

Bin total happy!

Fluege

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Tag 21- Kein Zurück mehr

Flüge-Es ist Samstag-Mittag und wir sitzen im Reisebüro. Endlich.

Aber als wenn ich es nicht geahnt hätte: Norbert kann nicht. Er war den Abend auf einer Party. Nicht lange, aber intensiv. „So habe ich ihn noch nicht gesehen“, meint Michel. Na, das kann ja noch heiter werden. Egal.

So etwa stelle ich mir Norbert auf der Party nach der Schilderung von Michel vor:

Bär Norbert

 

Wir schauen mal in den Computer und sehen uns Flüge an, die Richtung Brasilien gehen – und auch wieder zurück natürlich. Nach 2 Stunden haben wir’s: Wir fliegen am Vortag von Fronleichnam los und kommen am 6. Juli wieder zurück. Fortaleza, Porto Alegre und Rio de Janeiro.

Rio de Janeiro geht nur deshalb, weil wir festgestellt haben, dass eine der zahlreichen Tageszeitungen unserer Region einen falschen Spielplan abgedruckt hat und wir so die Möglichkeit erhalten, ein Viertelfinalspiel am 5. Juli 2014 in Rio möglicherweise miterleben zu können.

Am späten Nachmittag kommt die Bestätigung der Buchung. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Flüge-

Flüge-

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Tag 20 – Ob’s klappt?

Morgen ist es soweit. Wir wollen uns treffen, um konkret die Flüge zu buchen.

Bin gespannt, ob meinen Freunden etwas dazwischen kommt oder ob sie es ernst meinen.

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Tag 13 – Planung los!

Aha. Michel meldet sich. Wann wir denn in die konkreten Planungen einsteigen würden.

SOFORT! rufe ich ihm zu, noch ehe er ausgesprochen hat. Geht aber nicht. Habe vergessen, dass ich auf der Arbeit bin.

Wir verabreden uns aber. Für nach Weihnachten.

Mann, die Abwarterei. Das werden die schlimmsten Weihnachten seit Jahren. Die Vorfreude liegt diesmal auf der Zeit NACH Weihnachten. Da können die Geschenke nicht drüber wegtäuschen.

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Tag 12 – Kalte Füße?

Mann Mann Mann. Werde langsam unruhig. Meine neuen Freunde melden sich nicht mehr.

Ob sie auch kalte Füße bekommen?

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Tag 7 – Grad’ noch so …

Sitze am Mac und recherchiere. Brasilien … Mmmmhhhh … Brasilien allgemein. Mann, das liegt ja ganz schön weit auseinander. Von Nord bis Süd sind das ja mal gute … das sind schon ein paar Kilometer. Genau sagen kann ich das jetzt nicht. Kann wohl keiner so genau sagen. Ist auch egal.

Tom meldet sich. Tom. Tom … … wer? Ach ja. Herr St. Hatte ich schon ganz vergessen. „Ja, ja, alles ok. … Den Kindern? Ja, auch. … Und bei Dir? … Na dann ist ja gut.“ …

Weiter geht’s bei der Recherche. Müssen ja Unterkunft suchen. Herr St. will sich nochmal melden. Ja, ja, ist schon ok. Kein Problem. Kannst jederzeit wieder einsteigen, gar kein Thema. …

Sogar der Äquator ist in Brasilien. Wo der überall rumläuft, denke ich noch, als es an der Tür klingelt und meine Frau reinkommt.

Schnell alles wegpacken.

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Tag 6 – Was war da noch …?

Überlege, was wir vorgestern Abend besprochen haben. … Mist. Fällt mir nicht mehr ein. Ich rufe Michel an. Michel ist sehr zuverlässig. „Ah ja, klar. Jetzt weiß ich es wieder!“ Wir hatten uns vertagt. 

War ja auch kein Wunder bei dem ganzen Bier.

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Tag 5 – Nicht mal eben so …

Au Mann, au Mann. Kopfweh. Mir platzt der Schädel. Das mit den Jungs, meinen neuen Freunden, das klappt, das geht voll auf, das habe ich im Gefühl. Ein Kasten Bier weg am Abend zuvor, mal eben so. Im Grunde genommen ist es aber natürlich etwas Besonderes gewesen, also „mal nicht eben so“. 

Wir liegen voll auf einer Wellenlänge.

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Tag 4 – Schalke in schwarz-gelb

Wir treffen uns bei Norbert zu Hause auf ein Bier. Mein neuer Freund ist eben ein echter Freund. Irgendwie spielt Schalke an diesem Abend. Aber das interessiert niemanden. Wir müssen unseren Brasilien-Aufenthalt angehen zu planen. Angehen zu planen? Ja, erstmal überlegen, was wir überhaupt planen müssen. … Zuallererst schauen wir mal auf den Spielplan, den unser Loddar Matthäus mit ausgelost hat. Beginn am 12. Juni 2014 … Finale irgendwann im Juli. Ok, könnte gehen.

Am Schluss hat Schalke verloren an diesem Abend. … Schalke spielt doch in Gelb-Schwarz, oder? 

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Tag 3 – Neue Freunde!

Habe jetzt neue Freunde: Michel, Norbert und Herrmann, auch genannt Werner. Die sind wenigstens echte Freunde. Zwar neue Freunde, aber ok. Wie echte Freunde eben. Ohne Wenn und Aber und irgendwelches Rumgeeiere, wenn es ans Eingemachte geht. 

Echte Freunde eben.

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Tag 2 – Meine neuen Ex-Kollegen

Herr St. (Tom) und Herr Pf. (Chris) sind abgesprungen. Welche Versprechungen gaben wir uns vor 4 Jahren, als die Fußball-WM in Südafrika lief und wir alle heiß waren auf die WM 2014 in Brasilien. Und nun? „Zu gefährlich! Auf gar keinen Fall!“ kriege ich zu Ohren.

“Schwanzeinzieher!“ denke ich bei mir, als ich mich von meinen mittlerweile Ex-Kollegen verabschiede.

Nun gut. Es muss weitergehen.

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Tag 1 – Los geht’s!

Meine Freunde Tom und Chris sind die nettesten, attraktivsten und besten Freunde, die man sich nur vorstellen kann. Wir haben schon viel miteinander erlebt, gehen durch Dick und Dünn. „Mit denen kann man Pferde stehlen“, sage ich immer zu meiner Frau, die dann total neidisch wird.

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