Tag 150 – Der Grund, warum Brasilien in die EU aufgenommen werden sollte.

Heute wurde ein erster Kommentar abgegeben, über den ich mich sehr gefreut habe (in der Rubrik „Ziel unserer Reise“) . Habe dort gleich geantwortet. Das wird ja richtig Arbeit hier. Pffft.

Nochmal zum brasilianischen Portugiesisch, zur Sprache, die ich am Erlernen bin in Vorbereitung auf die Reise. Hab‘ ja schon drüber berichtet, dass die manches so komisch aussprechen. „Brasiuu“ für „Brasil“. Aus „l“ am Ende wird ein langes „u“.

Aber es kommt noch schlimmer. Ein paar Beispiele gefällig?

Ein „R“ am Anfang eines Wortes wird wie „H“ ausgesprochen. Ein Witz? Dachte ich auch zuerst. Ist denen aber total ernst. „Rio“ von Rio de Janeiro wird zum Beispiel ausgesprochen „Hiu“. Nicht nur das R wird wie H ausgesprochen. Nein. Auch das „o“ verändert man in dem kurzen Wort noch und verunstaltet es damit komplett. Denn „o“ am Ende eines Wortes wird ausgesprochen wie „u“. „Hiu“ eben. Nicht zu verwechseln mit „Hui“. Ach was solls.

Aus l machen die u, aus o ein u und aus r ein h. Viel mehr Fantasie kann man überhaupt nicht haben.

Zur Sicherheit blättere ich nochmal in meinem neuen Lieblingsbuch „Einstieg Brasilianisch“, wo ich schon auf Seite 15 angekommen bin (von 164). 15 Seiten! Ackern, ackern, ackern, nur so geht’s. In so kurzer Zeit! Bin schon etwas stolz auf mich. Ob ich fertig werde bis zum Beginn der WM? … Mal sehen. Ich denke, ich bin auf einem guten Weg, einem extrem guten Weg sogar.

Meine Frau kommt rein. Und das beim Brasilianisch lernen. Geht gar nicht. Und meinen neuesten Blog liest sie auch noch!

Aber nach dem sie mich darauf hingewiesen hat, dass – wenn man den Einband, eine Leerseite, die Verlagshinweise, das Impressum, das Inhaltsverzeichnis und das Vorwort abziehen würde – ich nur mal eben 6 Seiten netto gelernt hätte – statt den von mir errechneten 15 Seiten, dann … nee, damit nimmt sie mir die ganze Motivation. Nee du, geht gar nicht. So kann ich nicht lernen.

Erst die ganzen Aussprachedreher bei den Buchstaben, jetzt meine Frau. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was mir mehr zu schaffen macht.

Wo waren wir stehengeblieben? (Geht mir übrigens immer so, meine Frau schafft es, mich total durcheinander zu machen. Ich finde das nicht fair. Noch unfairer ist es, dass sie umgekehrt immer das gleiche von mir behauptet.)

Ach ja, die Buchstabendreher. Mein Kopf dreht sich auch. Es gibt noch mehr von diesen Fallstricken:

Ein „e“ am Ende eines Wortes wird ausgesprochen wie ein „i“. Interessant wird es dann, wenn die Deutschen am 26. Juni gegen die USA in Recife spielen. „Recife“. Ausgesprochen wird es aber „Hessifi“. Man kann nur beten, dass unsere Spieler den Spielort rechtzeitig finden.

Zu ergänzen wäre, dass

natürlich ein „m“ am Ende eines Wortes zu „n“ wird,

ein „h“ am Wortanfang gar nicht ausgesprochen wird,

aus einem „g“ ein „j“ wird (aber nur vor einem „e“ oder „i“)

und ein „e“ wie ein „ä“ ausgesprochen wird. Meistens jedenfalls. Es sei denn, irgendein Zeichen klebt am „e“.

Und so weiter. Jeder Buchstabe anders wie er da steht.

Alles sehr fragwürdig für Nicht-Brasilianer. Allein wegen der Aussprache plädiere ich letztlich dafür, Brasilien in die EU aufzunehmen. Im Moment haben die noch eine eigene Währung, den Real. Da wird’s mit der Aussprache ganz extrem: Nach dem eben Gelernten spricht man „Real“ aber nicht „Real“ aus, sondern „Häauu“. Häää? Ja genau! „Häauu“. Meine sehr verehrten Damen und Herren in „Brasiuu“, so klingt doch keine Währung! Beim besten Willen nicht!

Nach einigem Hin- und Her-Überlegen komme ich aber zum Schluss, dass „Äuru“ für „Euro“ auch nicht viel besser klingt. Lassen wir also alles besser wie es ist.

Außerdem ist es doch so, dass einem auch hierzulande oft ein „X“ für ein „U“ vorgemacht wird. Oder etwa nicht?

 

Dieser Beitrag wurde unter Ärger mit meiner Frau, Kummer wegen der Sprache veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.