Tag 160 – Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wird eingeschaltet

Heute hat sich viel getan:

Zunächst das Erfreuliche: Die Voucher (Gutscheine) für unser Hotel in Rio sind per Mail zugeschickt worden. Es geht voran! Ein Wermutstropfen: Check-In ist frühestens erst ab 18 Uhr möglich – bis dahin sind wir wahrscheinlich schon dreimal ausgeraubt worden.

Ein Teil der Tickets ist auch angekommen: Unser Spiel gegen Ghana ist gesichert. Aber wo bleiben die anderen Tickets?

Das Unerfreuliche: Mein Betriebsrat hat nicht mitgespielt. Hat gemeint, dass ich das ganze Gefüge durcheinander bringen würde, wenn ich jeden Tag erst ab 13 Uhr zur Arbeit komme. Und das sollen meine Vertreter im Betriebsrat sein? Schon an der ersten Hürde ist mein Plan gescheitert. Und die hab ich auch noch gewählt!

Na ja. Das nächste Mal mache ich eine eigene Liste für die Betriebsratswahlen. Habe auch hier schon einen Plan ausgeheckt und ein Programm im Hinterkopf. Auf die Idee brachte mich heute Morgen der Aufmacher auf der Titelseite der Saarbrücker Zeitung. „Menschen in Deutschland werden immer älter“ stand da in großen Lettern. Schaut man genau hin, ist eine große Ungerechtigkeit festzustellen: Männer werden durchschnittlich 78 Jahre alt, Frauen 83. Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit! Mein Plan sieht so aus: Wir haben einen leichten Männerüberschuss bei uns im Betrieb. Wenn die Männer eine eigene Liste machen, und nur die Männer, und wir uns alle gegenseitig wählen, dann haben wir dir Mehrheit, dann drehen wir das Ruder rum. Dann machen wir mal richtig Politik für die Beschäftigten. Dann kann die WM 2018 in Russland kommen, sage ich!

Ach ja, wie mein Plan aussieht? Ganz einfach. Die 5 Jahre, die Frauen länger leben, dürfen Männer früher in Rente. So einfach ist das. Und sozial gerecht. Sollten die Frauen dagegen sein, dann könnten wir alternativ die Frauen auch länger arbeiten lassen. Die Männer also bis 67, die Frauen bis 72. Geht auch. Und schon ist die Ungerechtigkeit ausgeglichen.

Wo heute in allen Lebensbereichen alles Mögliche gleich gemacht wird, was eigentlich ungleich ist, da sollte man auch mal an diesen Bereich denken. Ich überlege daher, den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte mal anzurufen. Der entscheidet doch manchmal in solchen Sachen. Und meine Erfolgsaussichten wären nicht schlecht, denke ich, der hat schon öfter ganz komische Urteile gefällt. Letztlich wäre es mir aber auch Wurst, wie das ausgeht.

Und das Ungerechteste überhaupt, das war die Sache mit meiner Lebensversicherung. Die sagten zuerst, es kostet 330,- € für 1 Jahr. Dann untersuchen die mich, checken mich total durch, weil ich so eine hohe Summe abschließen wollte, und dann lehnen die meinen Antrag zu diesen Konditionen plötzlich ab. Wollten dann plötzlich das Dreifache. Nicht in Ordnung, sowas. Auch hier überlege ich, den Europäischen Menschengerichtshof anzurufen. Wegen Gesundheitsdiskriminierung.

Meiner Frau habe ich übrigens gesagt, dass alles ok sei mit der Risiko-Lebensversicherung.  Werde eben ganz einfach wieder zurückkommen müssen aus Brasilien. Und dann zu Hause so tun, als hätte ich eine Versicherung abgeschlossen gehabt. Und wenn meine Frau dann fragt, wie viel Geld ich in Brasilien verschleudert und verpulvert habe, dann sage ich, dass ich sogar Geld dort gespart habe, nämlich die 330,- €, die die Lebensversicherung gekostet hätte. … … Gibt es nicht oft, dass jemand in Urlaub fährt, und bringt dann mehr Geld zurück als er vorher ausgegeben hat. Ein genialer Schachzug!

Genauso ungerecht wie das mit dem längeren Lebensalter der Frauen finde ich übrigens manche Brettspiele. Steht doch da drauf: „Für Spieler zwischen 4 und 99 Jahren.“ Möchte wissen, was Joopi Heesters da gedacht hat, als er noch gelebt hat. Der wurde immerhin 108. Wenn der geklagt hätte … der hätte auf jeden Fall gewonnen.

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