Tag 162 – Maßlos enttäuscht von Olli Kahn

Den Olli Kahn hab ich bis jetzt immer „gemögt“, wie meine kleine Tochter sagen würde. Jetzt habe ich aber gesehen, dass er Werbung für eine private Sportwettenfirma macht.

Habe mal mitbekommen, was es heißt, wenn jemand spielsüchtig ist. Wie die Familie betroffen ist, wie die Familie leidet, die Eltern, die Partnerin. Heimtückisch, so eine Spielsucht. Wenn man alkoholabhängig ist, oft besoffen ist, dann sieht man das wenigstens. Ebenso, wenn man drogenabhängig ist. Da erkennt man die Leute, dass die krank sind.

Aber ein Spielsüchtiger? Dem sieht man nix an, absolut gar nix. Das ist richtig schlimm. Sorry, dass ich heute so ernst schreibe, so ernst schreiben muss.

Ist jemand spielsüchtig, geht oft das ganze Umfeld mit kaputt. Nach und nach. Bis irgendwann alle sozialen Kontakte abgebrochen sind, mit der Zeit „verlottert“ ein Spielsüchtiger regelrecht – er pflegt sich immer weniger, in jeder Beziehung. Schlimm sowas. Diese Menschen sind letztlich hilflos und im wahrsten Sinne des Wortes mit der zeit „arm dran“. Nicht nur, dass das ganze Geld mit der Zeit fortgeht, oder das gemeinsam mit der Partnerin angesparte Vermögen verspielt wird, Schulden gemacht werden, bis absolut nix mehr geht. Die Familie auseinander fällt. Es einem den Boden unter den Füßen wegzieht. Das Leben einem aus den Fingern gleitet.

Und wenn ich dann sehe,

dass ein reicher und intelligenter Mann, wie ich Olli Kahn einschätze, Werbung macht für solche Unternehmen, die die Spielsucht fördern und Menschen ins Verderben treiben,

dann wird mir richtig schlecht.

 

 

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