Tag 193 – Bianca S. aufgetaucht!

Heute geht es los!

Wir fliegen am Abend mit der TAM ab Frankfurt. Meine Mutter fragt, ob diese Fluggesellschaft denn auch sicher sei.

„Selbstverständlich!“, erkläre ich und ziehe die Augenbrauen hoch, „das ist die original-brasilianische Airline. Die ist total sicher. Oder hast Du schon mal was von ihr gehört?“ Da kann meine Mutter aber nur den Kopf schütteln. Die sei ihr bisher nicht ins Auge gefallen. „Eben!“ sage ich und denke: ‚Wird schon gut gehen.‘ Meine Mutter gibt mir zur Sicherheit dann trotzdem noch einen gesegneten Palmzweig mit.

Der gesegnete Palmzweig wird uns helfen, da bin ich mir sicher. Der wird uns nicht nur vor allerlei Fluggefahren, sondern auch vor sonstigen Verkehrsgefahren schützen. Hoffentlich. Denn heute haben wir über Michels Verwandte Leonora noch ein Auto für unsere Zeit in Porto Alegre angemietet. Einen Ford Fiesta. Wusste gar nicht, dass es den noch gibt. Ist ja auch egal. Wir wurden jedenfalls gewarnt vor den rücksichtslosen brasilianischen Verkehrsrowdys. Das beunruhigt mich etwas, aber nicht allzu sehr – mehr Angst habe ich, weil unser BRAsaar Michel der einzige ist, der einen Internationalen Führerschein besitzt. Das heißt, er wird fahren. „Fahren“ wird man aber nicht sagen können. Norbert, der dessen Fahrkünste gut kennt, meint: „Er versucht, das Auto zu steuern.“ Das sei zudem eigentlich auch kein „Steuern“, sondern lediglich ein Versuch, ein Fahrzeug fortzubewegen. Und meist ende der Versuch ziemlich erfolglos. Norbert meint, Zeitgenossen, die Michel kennen, würden sogar von einem „voraussichtlich untauglichen Versuch“ sprechen, wenn sie sich vorstellen, wie Michel auf dem Fahrersitz eines PKW in Brasilien sitzt. Egal. Mein Vertrauen hat er. Wir haben ja den Palmzweig.

Beginne, die Koffer zu packen. Der Schwenker muss zuerst rein. Alles andere ist nicht so wichtig. Hier gut zu sehen:

Schwenker im Koffer

Mann, wie ich mich freue! Um das mit dem Schwenken vor dem Maracana-Stadion in Rio auch tatsächlich zu schaffen, hatte ich überlegt, das deutsche Generalkonsulat in Rio anzuschreiben, damit die uns vielleicht helfen können. Genehmigungen und so. Habe nämlich gesehen, dass der dortige Generalkonsul Harald Klein in Trier geboren ist. Vielleicht hätte er ja Verständnis, besonderes Verständnis sogar, für seine schwenkenden Nachbarn aus dem Saarland. Nach reiflichem Überlegen aber habe ich davon Abstand genommen. Nicht dass seine Leute, die vermutlich keine Affinität zum Saarland so wie er, den heißen Tipp weitergeben und wir schon an der Einreise nach Brasilien gehindert werden. Nee, nee, wir wollen erstmal überhaupt dorthin kommen. Muss also ohne Generalkonsulat gehen.

Zum Schluss noch eine absolute TOP-Neuigkeit: Bianca S. hat sich gemeldet! Hat einen coolen Kommentar geschrieben. Kann hier an dieser Stelle nur sagen: Im Saarland kennt eben jeder jeden bzw. jeder jede bzw. jede jeden bzw. jede jede. Au Mann. Schon schwer, wenn man alles geschlechtsspezifisch korrekt formulieren will. Man muss das schon alles genau richtig formulieren. Gehört sich so. Führt eben kein Weg dran vorbei und ist total wichtig. Obwohl ich das eigentlich für zu kompliziert halte mit den ganzen Formulierungen. Man muss eben sehr genau arbeiten. Egal. … Wo waren wir …? Ah ja, Bianca S. Gut, sie ist offensichtlich Pfälzerin, so wie sie schreibt. Ist aber nicht schlimm. Schlimmer ist es ja aus ihrer Sicht: Trifft sie doch 4 Saarländer. Ist aber alles gut. Sie will jedenfalls auf einen Schwenker vorbeikommen. Wir freuen uns auf die Halbbrasilianerin (und werden berichten, ob es was wird mit unsrem Treffen in Rio)!

Mein Bruder hat mich schon gestern Abend verabschiedet. Er gibt mir noch einen Ratschlag mit auf den Weg. Jetzt muss ich genau hinhören, denke ich, denn niemand kennt mich besser. Ich bin ganz Ohr und konzentriere mich voll auf das, was er sagen wird und wozu er tief Luft nimmt: „Trau‘ keinem!“ sagt er schließlich, „hörst Du!?“ Er kennt mich eben ganz genau. Ich überlege kurz und denke dann:

Gut, dass er nicht gesagt hat ‚Trau‘ keiner!‘ In diesem Moment freu ich mich über gelegentlich auftauchende geschlechtsspezifische Ungenauigkeiten.

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