Tag 197 – Das Tempo ist nicht durchzuhalten!

Jeden Tag eine unglaubliche Hitze. Tags wie nachts. Die wichtigsten Leute hier sind die Getränkeverkäufer, die wirklich an jeder Ecke der Stadt stehen. Und in Strandnähe stehen die alle 2 Meter nebeneinander. Man hat hier wirklich immer eine Getränkeflasche am Hals hängen. Oder was anderes. Kommt auch vor.

Gestern Abend haben wir jede Menge Leute getroffen. Jemand wollte dann auf brasilianisch wissen, wo wir denn herkämen. Norbert fragte mich dann, ob ich denn überhaupt noch fit sei, aufpassen ja nicht irgendetwas von mir zu geben. „Allemol!“ Hab ich dann gesagt. Der Brasilianer hat aber versehentlich „Alemao“ verstanden. War aber auch egal. Er wusste jetzt jedenfalls, dass wir Deutsche sind. Der saarländische Dialekt ist eben international sehr gefragt.

Wollten gestern Abend relativ früh ins Bett. Waren ziemlich geschlaucht von der Anreise und den beiden Vortagen. War so halb 11. Michel meinte dann aber, dass wir doch noch ein Bier trinken gehen könnten. Haben wir dann auch gemacht. Und ob man es glaubt oder nicht – es geht hier in Brasilien genauso aus wie als wenn man im Saarland wäre, wenn man noch nur 1 Bier trinken gehen möchte.

Große Teile der 4 BRAsaars haben heute kaum noch eine Stimme. Haben gestern im Stadion eben alles gegeben. Klar ist aber auch, dass wir das hohe Tempo der vergangenen drei Tage nicht auf Dauer durchhalten können. Ohnehin ist man hier von den Temperaturen den ganzen Tag wuschig. Zum Glück geht’s morgen ganz in den Süden nach Porto Allegre. Dort soll man nachts Wolldecken brauchen. Denke, wir sind ganz froh darüber. Ist einfach zu anstrengend hier.

Schon in der ersten Nacht hätte es uns fast gekostet. Oder sagen wir mal so: In der Kneipe war die Rechnung höher, als einer von uns vermutet hätte. Da der zweite Mann die Kneipe bereits nach dem Bezahlen verlassen hatte, stand der andere nun an der Kasse ziemlich alleine da. Und eben ohne genügend Geld. Es fehlten umgerechnet rund 30 €. Der arme BRAsaar hat bereits mit dem Schlimmsten gerechnet. Stand doch ein Militärpolizist beim Eintreffen in der Kneipe mit einer Kalaschnikow im Anschlag und hat einen Typen untersucht. Mir war schnell klar, so wird es mir nun auch ergehen.

Kam aber zum Glück anders. Wie genau und warum es anders kam, ist bis heute nicht mehr zu rekapitulieren. An den Brasilianisch-Künsten hat es bestimmt nicht gelegen. Egal. Die Kneipe durfte jedenfalls in Freiheit verlassen werden. Der Preis dafür war aber, dass mir heute noch die Ohren weh tun. Musste eine Furchtbare Schimpftirade auf Brasilianisch über mich ergehen lassen.

image

Ging dann am nächsten Tag hin und bezahlte. Alles war wieder gut.

Was gibt es sonst noch zu berichten? Muss ja die Zeit zu Hause nutzen, wenn das Internet mal gerade funktioniert.

Vielleicht erzähle ich einfach mal von Hermann. Den kannte ich ja nicht so gut bisher. Er ist schon ein Original. Und mit 64 Jahren der älteste von uns. Er verfügt mit Abstand über die größten Reiseerfahrungen unter uns. Kein Wunder, dass er nach drei Tagen immer noch „Gracias“ statt „Obrigado“ für „danke“ sagt.

Dieser Beitrag wurde unter Fußballgesimpel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.