Tag 199 – Zwischenfazit: Alles richtig gemacht

Auf dem Flug von Fortaleza nach Porto Alegre ueber die Hauptstadt Brasilia sitzt ein Nigerianer neben uns. Klar, dass wir ihn wegen Tickets fuer das Spiel Nigeria gegen Argentinien am 25.06. in Porto Alegre anhauen. Und tatsaechlich – er hat immerhin 3 Stueck. Die nehmen wir.

Der wird sich wundern, wenn wir im Stadion neben ihm im Nigeria-Block sitzen und Argentinien-Trikots anhaben.

Der Anflug auf Brasilia ist gespenstisch: Total leere Strassen, kaum ein Auto zu sehen. Kein Wunder: Brasilien spielt in diesem Moment in Brasilia gegen Kamerun. Herrmann erinnert das an sellmols, an 1954, als alle vor dem Radio sassen (Mist, ich finde hier auf der Tastatur kein scharfes s).

Bei der Ankunft in Porto Alegre (23 Uhr Ortszeit) faehrt uns ein Taxi zur Tanta von Michel, wo wir wohnen koennen. Unterwegs bestaetigt sich dann der Hinweis von Juergen Zimmer, wonach die bei Rot an einer Ampel einfach durchbrettern, wenn frei ist. Nur nicht anhalten und sich der Gefahr des Ausraubens aussetzen. Wir loben den Taxifahrer und geben ein ordentliches Trinkgeld.

Der Taxifahrer musste ohnehin eine Menge Gepaeck transportieren. War doch tatsaechlichnoch eine riesige Haengematte dazugekommen, die am letzten Abend in Fortaleza auf einem Markt gekauft worden ist. Sau sperrig, das Teil. Und schwer. Werde das Norberto, wie er mittlerweile hier heisst, nicht vergessen, dass er mit dem Haendler offensichtlich unter einer Decke steckte und mir so in den Ruecken fallen konnte. Fortaleza ist zwar bekannt fuer seinen genialen Haengemattenbau, aber dieses bloede Teil jetzt quer durch Brasilien zu transportieren, ist der helle Wahnsinn.

In Porto Alegre werden wir morgens von Leonora, Michels Tante, herzlich begruesst. Auf saarlaendisch platt natuerlich. Cool. Sie hatte am Abend zuvor bereits Essen auf den Tisch gestellt, alles fein sorgfaeltig zubereitet. Sehr sehr nett, die Leonora!

Morgens direkt eine Stadtrundfahrt. 2 Stunden. Porto Alegre gehoert, auch mit Abstrichen, definitv nicht zu den schoensten Staedten dieser Erde, um es mal vorsichtig auszudruecken. Und kalt ist es. Gut, dass wir die Jacken dabei haben. Ganz schlimm: Nur kaltes Wasser am Morgen beim Duschen.

Nachmittags landen wir bei uns um die Ecke bei den Urus, die dort eine Kneipe haben. Maechtige Stimmung. Die haben auf der Strasse einfach einen Grill aufgestellt und brutzeln. Sehr imponierend. Sehen uns dann gemeinsam das Spiel der Urus gegen Italien an. Was heisst <sehen> – wir stehen so weit hinten, auf der Strasse, dass wir nix erkennen koennen. Macht aber nix. Wir koennen ja fuehlen, was da vor sich geht. Als die Urus dann gewonnen haben, kocht die Stimmung ueber. Wir gehen dann kurz heim, werfen uns die Deutschland-Trikots ueber und gehen wieder zu den Urus und feiern mit.

Um 21 Uhr koennen wir nicht mehr. Die vergangene Woche hat uns doch ziemlich geschafft. Auch erste Blessuren sind bei einigen erkennbar: Husten, Halsweh, Mueckenstiche. Aber hierfuer hat Michel ein geniales Geraet dabei. Saugt einfach das ganze Gift weg. Soll angeblich auch bei Schlangenbissen funktionieren. Aber so weit muss es ja nicht unbedingt kommen … Um 21.05 Ortszeit Uhr liegen wir in den Betten. Um 21.05 Uhr und 15 Sekunden schlafen wir.

Zwischenfazit nach 1 Woche: Alles richtig gemacht.

Dieser Beitrag wurde unter Fußballgesimpel, Land und Leute veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.