Tag 35 – In Brasilien sprechen die komplett anders

Ich fasse mir ein Herz und rufe in der Wohnung an, die wir gebucht haben.

„Bitte …? Bitte was …? Können Sie etwa kein Deutsch …? Französisch vielleicht? Englisch? Alles Nein?“ Au Mann. Mit Portugiesisch hab ich jetzt aber echt nicht gerechnet.

Damit kann ich jetzt wirklich überhaupt nix anfangen. Kein Ton. Ich weiß nicht, ob ich überhaupt irgendeinen Vokal bei der Sprache da rausgehört habe. Das ist totales Kauderwelsch. Kein Wort verstanden hab ich. Die aber auch nicht. „Tschüss“ sage ich noch und lege verzweifelt auf.

Es wird doch irgendetwas geben, wo man dieses Teufels-Dings da stornieren kann. Denke ich mir. Ich rufe bei der deutschen Service-Hotline von dem Internet-Anbieter an. Eine nette Stimme mit schweizerischem Akzent meldet sich. Immerhin, denke ich. Etwas deutsch. Dankbar erkläre ich ihr mein Anliegen. „Bleiben Sie einen Moment in der Leitung oder soll ich später nochmal anrufen?“ sagt das nette Fräulein, die nun direkt selbst mit der Wohnung in Brasilien telefonieren will. „Ja, ja, machen Sie nur, ich warte gern, ich habe voll Zeit heute!“ säusele ich ihr in bestem saarländischen Akzent zu, ganz nach dem Motto „Wie Du mir, so ich Dir“.

„Säuseln“ – bei meinen mittlerweile 100 kg klingt das irgendwie wie … na ja, ist ja auch egal.

Nach ca. 2 Minuten geht’s weiter, sie ist wieder dran. „Alles ok!“, sagt sie, „sie haben’s akzeptiert“. „Merci Ihne ou no es guets wuchenänd!“ wünsche ich dem netten Fräulein.

Ein Stein fällt mir vom Herzen. 

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